Mörder von Kandel: Abdul D. tot in Zelle aufgefunden

Der wegen Mordes an seiner Ex-Freundin Mia in Kandel verurteilte Abdul D. ist tot in seiner Zelle in der Jugendstrafanstalt Schifferstadt aufgefunden worden. Ersten Erkenntnissen zufolge hat sich der aus Afghanistan stammende Mann erhängt. Das teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Die Staatsanwaltschaft Frankenthal und die Kriminalpolizei Ludwigshafen haben ein offizielles "Todesermittlungsverfahren" eingeleitet, um die genauen Todesumstände zu klären. Der Leichnam von Abdul D. soll am Freitag im rechtsmedizinischen Institut in Mainz obduziert werden.

Die 15-jährige Mia wurde kurz nach Weihnachten 2017 im pfälzischen Kandel erstochen. Der Täter war ihr mutmaßlich aus Afghanistan stammender Ex-Freund. Der Fall löste bundesweit Debatten aus. Der Fall fachte außerdem die Diskussion um die Altersfeststellung von jungen Flüchtlingen an. 

Abdul D. war nach seiner Ankunft in Deutschland als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling aufgenommen und betreut worden. Er gab sein Alter zunächst mit 15 Jahren an. Nach der Tat kamen Zweifel auf, ob er tatsächlich so jung ist. Ein Gutachten im Auftrag der Staatsanwaltschaft kam zu dem Ergebnis, dass er zum Zeitpunkt der Tat mindestens 17 Jahre und sechs Monate, wahrscheinlich aber schon 20 Jahre alt war. Verurteilt wurde er nach Jugendstrafrecht, wie ein Gerichtssprecher sagte.

Als Motiv für die Tat hatte die Staatsanwaltschaft Eifersucht und Rache angenommen. Sie ging davon aus, dass Abdul D. Mia bestrafen wollte, weil sie sich wenige Wochen vor der Tat von ihm getrennt hatte.

Der damalige Anwalt von Abdul D., Maximilian Endler, sagte am Donnerstag zu der Todesmitteilung:

Ich weiß von nichts und kann daher auch nichts dazu sagen.

Er hatte nach dem Urteil gesagt, er rechne damit, dass sein Mandant nach der Verbüßung eines Teils der Strafe abgeschoben werde.

(rt/dpa)

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