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Plan der Union: CO2-Preis soll kommen - Strom soll billiger werden

Plan der Union: CO2-Preis soll kommen - Strom soll billiger werden
Für mehr Klimaschutz soll nun auch ein Preis auf den CO2-Ausstoß kommen.
Wenn sich in nächster Zeit die SPD und die Union auf einen CO2-Preis verständigen sollten, dürften Tanken und Heizen infolgedessen teurer werden. Um doch an anderer Stelle finanzielle Erleichterungen zu bieten, will die Union etwa Strom billiger machen.

Am 20. September soll das Klimakabinett über ein Gesamtpaket für mehr Klimaschutz entscheiden, zu dem nach dem jetzigen Stand der Dinge auch ein Preis auf den CO2-Ausstoß gehören soll. Damit werden Sprit, Heizöl und Erdgas teurer, um im Verkehrs- und Gebäudebereich das Einsparen von Kohlendioxid (CO2) zu fördern.

Touristen am Frankfurter Flughafen, Deutschland, 2. Februar 2011.

Da also Tanken und Heizen teurer werden, sollen Verbraucher an anderer Stelle entlastet werden. Unions-Fraktionsvize Andreas Jung schlägt vor, den Strom billiger zu machen und eine Öko-Pendlerpauschale einzuführen. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) indes plädiert für eine jährliche "Klimaprämie" für jeden Bürger.

Wenn mit der CO2-Bepreisung fossile Kraft- und Brennstoffe schrittweise teurer werden, muss es im Gegenzug finanzielle Erleichterungen geben", sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Pendlerpauschale soll "Mobilitätspauschale" werden 

Beim Strompreis könne man die EEG-Umlage abschaffen, die jeder mit der Stromrechnung zahlt und über die Ökostrom gefördert wird. Die Pendlerpauschale will Jung zu einer "Mobilitätspauschale" umbauen, ökologischer ausgestalten und insgesamt stärken – vor allem, um Menschen im ländlichen Raum zu helfen.

Von einer "Klimaprämie", dem Vorschlag der Bundesumweltministerin, ist Jung wiederum nicht gerade überzeugt. 

Dann würde jeder gleich viel bekommen – ob er nun in Berlin lebt, arbeitet und guten öffentlichen Personennahverkehr hat oder ob er auf dem Land beim Weg zur Arbeit heute auf das Auto angewiesen ist", so Jung.

Es brauche Antworten für den ländlichen Raum und dafür eine Mobilitäts- statt einer Kopfpauschale. Zusammen mit CSU-Politiker Georg Nüßlein arbeitet Jung für die Union an einem Klimaschutzkonzept.

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Die Richtschnur für diese "bessere Pendlerpauschale" müsse sein: "höher, öko und für alle", erklärte Jung. Von der Pauschale müsse "ein Klima-Signal ausgehen", auch Menschen mit geringem Einkommen müssten sie bekommen. So eine höhere Pendlerpauschale könne etwa mit Anreizen für sparsamere Autos, Fahrgemeinschaften oder für die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs verbunden werden. Damit die Menschen überhaupt die Wahl hätten, müsse der öffentliche Nahverkehr auf dem Land stark ausgebaut werden.

Mit der Pendlerpauschale können Arbeitnehmer Fahrtkosten zwischen Wohnung und Arbeit bei der Steuererklärung als Werbungskosten geltend machen. Pro Entfernungskilometer für die einfache Strecke dürfen 30 Cent abgesetzt werden. Dabei ist es unerheblich, ob der Weg zu Fuß, per Rad, mit dem Auto oder per öffentlichem Nahverkehr zurückgelegt wird. Pro Jahr ist der Betrag auf 4.500 Euro begrenzt – es sei denn, die tatsächlichen Kosten für öffentliche Verkehrsmittel liegen darüber oder der Arbeitnehmer kann glaubhaft nachweisen, dass er die Strecke mit dem eigenen Pkw zurückgelegt hat.

Wie soll der Plan finanziert werden? – Aus teureren Tickets

Finanzieren will der stellvertretende Fraktionsvorsitzende das auch aus höheren Abgaben des Flugverkehrs – sprich teurere Tickets.

Es ist nicht zu erklären, warum bei der grenzüberschreitenden Bahnfahrt die volle Mehrwertsteuer anfällt, beim entsprechenden Flug aber gar keine", so Jung.

Mit Blick auf Inlandsflüge sei "nicht zu rechtfertigen, dass sie weniger belastet werden als die klimafreundliche Schiene." Wenn man Klimaschutz ernst nehme, müsse man auch darüber sprechen. Zudem brauche es Antworten für Menschen, die in einem unsanierten Haus wohnten. "Das beginnt bei Zuschüssen und Steuerförderung für Gebäudesanierung und geht über Anreize zum Heizungstausch bis hin zu konkreter Unterstützung", sagte Jung der dpa.

In der Debatte über einen CO2-Preis geht es im Kern um zwei Modelle: eine Erhöhung der Energiesteuer, die Umweltministerin Schulze für leichter umsetzbar hält, und um einen Handel mit Emissionszertifikaten auf nationaler Ebene. Dieser Emissionshandel soll dabei die Bereiche Verkehr und Gebäude betreffen, also Tanken und Heizen. Weil die Zahl der Zertifikate begrenzt werden kann, lässt sich so auch der CO2-Ausstoß deckeln. CDU und CSU halten einen solchen Handel für besser.

Spätestens am 16. September soll das Unions-Konzept stehen. CSU-Chef Markus Söder hatte am Dienstag eine Absenkung der Pkw-Steuer und eine Erhöhung der Pendlerpauschale zur Bedingung für seine Zustimmung gemacht.

(rt deutsch/dpa)

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