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Um Wohnungsnot in Berlin zu bekämpfen: SPD will Tempelhofer Feld am Rand bebauen

Um Wohnungsnot in Berlin zu bekämpfen: SPD will Tempelhofer Feld am Rand bebauen
Das 130 Hektar große Areal des Tempelhofer Feldes darf gemäß einem Gesetz, das nach einem Volksentscheid 2014 kam, nicht bebaut werden.
In Berlin herrscht Wohnungsnot. Es muss mehr gebaut werden. Neben zahlreichen Kleingartenkolonien, auf denen ab 2030 Wohnhäuser entstehen sollen, gibt es nun wieder die Idee, das Gelände des ehemaligen Tempelhofer Flughafens an den Rändern zu bebauen.

Soll am Tempelhofer Feld in Berlin gebaut werden? Die Diskussion um Errichtung von Wohnhäusern am Rande des ehemaligen Tempelhofer Flughafens ist in der Hauptstadt wieder in Gang gekommen – durch SPD-Politiker. Unterstützung findet die Idee bislang nur in den Reihen der Berliner Oppositionsparteien CDU und FDP. Koalitionspartner Linke und Grüne sind bislang dagegen.

Bebauung des Tempelhofer Feldes 2014 per Volksabstimmung abgelehnt

Bei einem Volksentscheid 2014 hatte sich die Mehrheit der Teilnehmer gegen die Bebauung des ehemaligen Flughafengeländes ausgesprochen. Danach wurde auch ein Gesetz verabschiedet, das eine Bebauung des 130 Hektar großen Areals des Tempelhofer Feldes untersagt.

Plakataktion gegen die Deutsche Wohnen in der Berliner Karl-Marx-Allee im Februar 2019

Bereits 2018 hatte sich die SPD Berlin auf ihrem Landesparteitag zu einer "sozialverträglichen" Randbebauung des Tempelhofer Feldes bekannt. Nun haben sich drei Berliner SPD-Politiker mit einem Konzept zu Wort gemeldet. Demnach soll die riesige Freifläche in der Mitte des Areals als "Erholungs- und Freizeitfläche, als klimarelevante Kaltluftschneise und als einzigartiges Grün inmitten der Stadt" erhalten bleiben.  

An den Rändern des Feldes jedoch sollen in den nächsten Jahren mehrere Tausend Wohnungen für Familien entstehen. Und die sollen eine Nettokaltmiete von 6,50 Euro pro Quadratmeter haben.

Es entsteht ein neues Stadtquartier innerhalb des Innenstadtrings, welches auch für MieterInnen interessant ist, die derzeit noch in einem der Außenbezirke wohnen und sich die Stadtlage nicht mehr leisten können", steht es im Konzept der SPD-Politiker Harald Georgii, Sven Kohlmeier und Lars Rauchfuß.

Es soll demnach dauerhaft "bezahlbarer Wohnraum" entstehen und die Bauflächen sollen "ausschließlich an landeseigene Wohnungsunternehmen vergeben werden, mit denen langfristig bezahlbare Mieten im Neubau verabredet werden." Es könnte laut Konzept auch ein Ideenwettbewerb ausgelobt werden. Über die besten Ideen und das Bebauen selbst könnten dann die Bürger im Rahmen der nächsten Abgeordnetenhauswahl 2021 abstimmen.

Am Samstag vor einer Woche protestierten Zehntausende in Berlin gegen die Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt.

Im Juni beschloss der Senat Eckpunkte für einen sogenannten Mietendeckel, um die Quadratmeterpreise für fünf Jahre einzufrieren. Die Situation auf dem Wohnungsmarkt in Berlin war in den letzten Jahren von einem starken Anstieg der Mieten geprägt. So stiegen die Quadratmeterpreise für neu vermietete Wohnungen in den vergangenen zehn Jahren um über 70 Prozent, in einigen Bezirken wie Neukölln sogar um 146 Prozent. In der Hauptstadt wohnt laut Berliner Statistikamt 85 Prozent der Bevölkerung zur Miete, nur 15 Prozent in einer eigenen Immobilie.

Mehr zum Thema - "Stiefkind der Wohnungspolitik" – der Stillstand im sozialen Wohnungsbau geht weiter

Bis 2025 werden in Berlin mindestens 135.000 neue Wohnungen benötigt. Um an neue Bauflächen zu kommen, hatte der Senat auch jüngst beschlossen, nach Auslaufen der Schutzfrist für Kleingartenanlagen auf öffentlichem Grund und Boden im Jahr 2030 rund 7.000 Wohnungen auf 26 Kleingartenkolonien zu errichten.

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