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Partei kommt vor Journalismus? Chef des Deutschen Journalisten-Verbands in der Kritik

Partei kommt vor Journalismus? Chef des Deutschen Journalisten-Verbands in der Kritik
In Sträflingskleidung protestiert Frank Überall gegen die inhaftierung des Journalisten Deniz Yücel in der Türkei (Köln, Christopher Street Day, 9. Juli 2017)
Unruhe im Deutschen Journalisten-Verband: Mitglieder der Vereinigung werfen dem Präsidenten Frank Überall vor, die Interessen seiner Partei - etwa bei der Unterstützung der EU-Urheberrechtsreform - über die der Journalisten zu stellen. Überall ist Mitglied der CDU.

Der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalistenverbandes (DJV), Frank Überall, sieht sich innerhalb des Verbands mit massiver Kritik konfrontiert. Wie das Branchenportal kress.de berichtet, wirft Peter Welchering, bis vor einem Jahr stellvertretender Landesvorsitzender des DJV-Landesverbandes Baden-Württemberg, Überall vor, den Journalistenverband aus parteipolitischer Rücksichtnahme zu "zerlegen".

Welchering wandte sich Anfang Juni mit einem offenen Brief direkt an Überall. Darin wirft er dem CDU-Mitglied Überall vor, in der Debatte um das EU-Urheberrecht die Linie seiner Partei vertreten und Interessen der Journalisten geschadet zu haben:

Wir leben in politisch bewegten Zeiten, und in politisch bewegten Zeiten versuchen politische Parteien, Verbände gern als Vorfeld- und Einflussorganisationen zu instrumentalisieren. Das machen die Christdemokraten mit dem CDU-Mitglied Frank Überall in Sachen DJV-Bundesverband recht erfolgreich.

Das erfüllt viele Mitglieder mit Sorge. Denn der DJV-Bundesverband hat sich ja auch schon in der Vergangenheit immer mal wieder instrumentalisieren lassen, zum Beispiel von Facebook und Google. Das hat dem Journalismus geschadet, und das schadet dem Verband. Das wurde häufig von vielen aufrechten KollegINNen kritisiert, und ihr auf der Bundesebene habt diese Kritik regelmäßig abgebügelt.

Das  habt ihr auch getan, als heftige Kritik geäußert wurde, weil der Bundesverband gnadenlos die CDU-Parteilinie in Sachen der europäischen Urheberrechtsreform verfolgt hat.

Welchering kritisierte auch Überalls Aussage, das PR Journalismus sei, und den Umgang des Verbands mit seinen Kritikern.

Der DJV hatte die EU-Urheberrechtsreform im März in einer Pressemitteilung verteidigt und gelobt. Viele Mitglieder waren mit dieser Positionierung nicht einverstanden, einige erklärten ihren Austritt. Welchering erklärt, viele Gespräche mit "verbitterten, zornigen, frustrierten" Journalisten geführt zu haben, die den DJV verlassen hätten. 

Welcherings offene Kritik an dem Verbandschef führte zu einer offenen Kontroverse auf Twitter. Der Kritiker monierte den Stil der DJV-Kritik an ihm. Mal werde er als als Hacker bezeichnet, mal als Troll.

Der DJV nannte den Vorwurf parteipolitischer Interessenkonflikte "konstruiert". Kritik werde diskutiert, Überall habe die Landesverbände zum Dialog aufgefordert.

Welchering berichtete in einem Tweet vom Mittwochmorgen von Hassanrufen und kündigte an, sein Telefon abzuschalten, weil es ihm "zu widerlich" werde.

Überall und der DJV-Sprecher Hendrik Zörner hatten sich in der Vergangenheit wiederholt kritisch zu RT Deutsch geäußert und dem Sender am Beispiel des "Falls Lisa" vorgeworfen, Geschichten zu erfinden. Beide mussten ihre Aussagen in der Folge zurückziehen.

Mehr zum Thema - Chef des Deutschen Journalisten-Verbands blamiert sich beim Verbreiten von Fake News über RT Deutsch

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