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Prozess gegen mutmaßliche IS-Anhängerin Jennifer W. in München: Gewaltmaterial auf Handy entdeckt

Prozess gegen mutmaßliche IS-Anhängerin Jennifer W. in München: Gewaltmaterial auf Handy entdeckt
Symbolbild: Verhüllte Frauen passieren ein Schild der Terrororganisation IS mit dem Gebot, sich zu verschleiern, Rakka, Syrien.
Jennifer W. soll IS-Mitglied gewesen und für den Tod eines jesidischen Mädchens verantwortlich sein. In München steht sie vor Gericht. Nun tauchte kompromittierendes Handy-Material auf. Darin sind Verbrechen des IS zu sehen. Ihr Ehemann wurde in Griechenland verhaftet.

Enthauptungen, eine Anleitung zum Bombenbau – das auf dem Handy, der in München angeklagten Jennifer W., gefundene Video- und Bildmaterial erhärtet die Vorwürfe gegen die 28 Jahre alte Frau.

Mitglieder der Volksgruppe der Jesiden umarmen Überlebende der IS-Gefangenschaft, Dohuk, Irak, 2. März 2019.

Ihr wird vorgeworfen, im Irak IS-Mitglied gewesen zu sein. Angeklagt ist sie neben der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland auch wegen Mordes durch Unterlassen und Kriegsverbrechen. Die Angeklagte stammt ursprünglich aus Niedersachsen und hat eine Tochter. 

Im Irak hielten sie und ihr Mann ein erst fünf Jahre altes Mädchen und deren Mutter als Sklavinnen. Da das Mädchen nachts eine Matratze beschmutzt hatte, kettete der Ehemann von Jennifer W., Tahan A., die Fünfjährige zur Bestrafung draußen an, ohne Sonnenschutz. Das Mädchen verdurstete. Die Mutter überlebte die Gefangenschaft und machte möglich, dass Jennifer W. vor Gericht angeklagt wird. Der Fall erhielt hohe mediale Aufmerksamkeit, da es der erste seiner Art ist, der in Deutschland das Verbrechen gegen die Minderheit der Jesiden durch die Terrororganisation IS deutlich macht.  

Tahan A. wurde nun in Griechenland verhaftet und wird voraussichtlich den deutschen Behörden überstellt. Er ist irakischer Staatsbürger. Der IS verschleppte und versklavte Tausende jesidischer Frauen. Viele wurden zu Sex-Sklavinnen der IS-Kämpfer. Die jesidischen Männer wurden ermordet. In Deutschland leben rund 200.000 Jesidinnen und Jesiden. 

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