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Kritik aus Deutschland: UN fordern von Konzernen "menschenwürdige Standards" bei Rohstoffimporten

Kritik aus Deutschland: UN fordern von Konzernen "menschenwürdige Standards" bei Rohstoffimporten
Kohleabbau in Barrancas, Guajira Provinz, Kolumbien, 24. Mai 2007
Die Vereinten Nationen wollen Konzerne dazu bringen, dass die von ihnen importierten Rohstoffe "menschenwürdigen Standards" entsprechen. Im Fokus steht kolumbianische Steinkohle, die sogenannte Blutkohle, mit der Strom in Deutschland erzeugt wird. Viele Kolumbianer sind dadurch gezwungen, ihre Heimat zu verlassen.

Nach dem Nationalen Aktionsplan (NAP) zur Umsetzung der UN-Leitprinzipien sollen Konzerne Rohstoffe künftig nach menschenwürdigen Standards importieren. Für deutsche Konzerne gibt es bislang bei der Wahl ihrer Rohstofflieferanten keine Auflagen. Das Vorhaben der UN führt zum Streit zwischen den Ministerien und droht in Deutschland zu scheitern. Der Fragebogen an die deutschen Unternehmen, um herauszufinden, ob diese bei ihren Rohstofflieferanten ökologische Standards und die Einhaltung der Menschenrechte erfüllen, wurde daher noch nicht verschickt. Dieser ist jedoch Voraussetzung, um zu entscheiden, ob es eines Gesetzes zur Einhaltung der menschenwürdigen Standards bedarf.

Uwe Kekeritz, entwicklungspolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag: 

Die Ministerien streiten untereinander: Die einen, insbesondere das Wirtschaftsministerium, sagen, wir belasten die Unternehmen zu stark. Das Außenministerium und das Entwicklungsministerium sagen, wir brauchen jetzt klare Ergebnisse und Fortschritte. Und weil sie sich nicht einig werden, kommt dieser Monitoring-Prozess auch nicht weiter. 

Der Daimler-Konzern begrüßt das Vorhaben der Vereinten Nationen und antwortete dem NDR:

Für die Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsanforderungen entlang der Lieferkette könnte Regulierung hilfreich sein, um international einheitlich akzeptierte Standards zu schaffen. 

Kohleenergiefirma Uniper in Grosskrotzenburg, Deutschland, 13. Februar 2019.

Der deutsche Stromkonzern Steag ist auf Kohle aus Kolumbien angewiesen. Diese stammt aus dem Bergwerk El Cerrejón. Kolumbien ist Deutschlands größter Steinkohlelieferant. Der Energiekonzern EnBW verneint jegliche Lieferungen aus dem Bergwerk im Jahre 2018 erhalten zu haben. Das Steinkohlebergwerk El Cerrejón im Nordosten Kolumbiens ist das größte Lateinamerikas und mit 69.000 Hektar eines der größten weltweit. Seit 1986 ist es in Betrieb. 90 Prozent der hier gewonnenen Kohle geht nach Nordamerika und Europa, aber auch nach China wird zunehmend exportiert. Neben den erzwungenen Umsiedlungen sollen in dem Bergwerk Arbeitnehmerrechte verletzt werden; der Staub und der Lärm führen bei den Anwohnern zu Gesundheitsschäden wie Atemwegserkrankungen und Hautreizungen. Der nahe gelegene Fluss Ranchería, auf den viele der indigenen Bewohner angewiesen sind, ist durch die Kohle kontaminiert. 

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Das Bergwerk liegt in einer der ärmsten Regionen des Landes. Laut Aussagen der Betreiber Glencore, Anglo American und BHP Billiton läuft der Betrieb den vorherrschenden Gesetzen entsprechend. Ein Wiederaufforstungsprojekt soll die entstandenen Schäden an der Natur ausbalancieren. 

Rosa Maria Mateus ist Anwältin für die vom Steinkohleabbau in El Cerrejón betroffenen Menschen, die durch diesen umsiedeln mussten:

Die Verantwortung dieser Unternehmen ist gigantisch! Sie kaufen schließlich Kohle, die befleckt ist mit dem Blut und den Tränen der Gemeinden hier. Die Menschen leiden unter Krankheiten, die sich nicht heilen lassen. 

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