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Ist Alice Schwarzer Rassistin? Die Denk- und Sprechverbote beim Thema Islam

Ist Alice Schwarzer Rassistin? Die Denk- und Sprechverbote beim Thema Islam
Alice Schwarzer im Februar 2019 in Bamberg
In Frankfurt am Main fand eine Tagung über das islamische Kopftuch statt. Prominenteste Teilnehmerin war Alice Schwarzer. Vor dem Tagungsort kam es zu einem Eklat, als Schwarzer versuchte, mit Kopftuch tragenden Demonstrantinnen ins Gespräch zu kommen.

Das Forschungszentrum Globaler Islam an der Goethe-Universität Frankfurt am Main richtete am Mittwoch eine Tagung aus; das Thema lautete: "Das islamische Kopftuch – Symbol der Würde oder der Unterdrückung?" Vor der Tagung wurden gegen die Direktorin des Zentrum, Susanne Schröter, Rassismusvorwürfe erhoben. Eine anonyme Gruppe mit dem Namen "Uni gegen AMR – Kein Platz für Anti-Muslimischen Rassismus" forderte die Ablösung der Professorin.

Somalische Flüchtlinge laufen weg von einem Staubsturm, ein Lager bei Dadaab (Grenze zu Kenia, Januar 2007, Quelle: Reuters) [Symbolbild]

Aufgrund dieser Umstände fand die Tagung unter erheblichen Sicherheitsvorkehrungen statt. Vor dem Gebäude stand Polizei, die die Gäste beim Einlass kontrollierte. Für die Tagung gab es deutlich mehr Anmeldungen von Interessenten als Plätze, deshalb übertrug die Universität sie per Video in einem Livestream. Prominenteste Teilnehmerin war die Publizistin und Feministin Alice Schwarzer. 

Schwarzer beklagte ein "Denk- und Sprechverbot" in der Debatte um den politisierten Islam. Wer das Kopftuch kritisiere, werde angefeindet, dabei seien Millionen zwangsverschleierte Frauen politisch entrechtet.

Ingrid König, langjährige Rektorin einer Frankfurter Grundschule, beschrieb in ihrem Vortrag die Veränderungen, die sie im Laufe der Jahre in ihrer Schule beobachten konnte. Bei den Kindern der Gastarbeiter sei Religion noch gar kein Thema gewesen; in den neunziger Jahren hätten Eltern arabischstämmiger Kinder wenigstens noch den Dialog gesucht.

Heute sei das anders, "Nichtislamisches" werde als "Haram" abgelehnt, Mädchen mit Kopftuch könnten nicht klettern oder an Ausflügen teilnehmen, weil das Kopftuch sie behindere. König sprach sich klar für ein Kopftuchverbot an Schulen aus.

Dabei wurde auf der Tagung durchaus kontrovers diskutiert. Die Journalistin Khola Maryam Hübsch verteidigte etwa das Kopftuch als "Ausdruck ihres Glaubens" und nannte ein Verbot verfassungswidrig.

Vor dem Universitätsgebäude wurde demonstriert. Ein auf Twitter veröffentlichtes Video belegt, wie recht Alice Schwarzer mit ihrer Bemerkung hatte, dass Kopftuchkritiker angefeindet würden. In einer Diskussion mit kopftuchtragenden Demonstrantinnen berührte Schwarzer ihr Gegenüber leicht am Arm. Daraufhin kam es zum Streit, die Muslimin drohte Schwarzer mit einer Anzeige. Diese sagte daraufhin:

Oh, ich dachte, nur ein Mann darf Sie nicht anfassen! 

Auf Twitter wurde Schwarzer daraufhin als Rassistin, Anti-Feministin, Islam-Hasserin und als "alter weißer Mann" beschimpft. Der Journalist Mario Sixtus schrieb etwa: "Alice Schwarzer ist eine Rassistin." und ergänzte: 

Für Veranstaltungen und Podien sollte auch in Bezug auf Alice Schwarzer gelten: Rechte werden nicht eingeladen, mit Rechten redet man nicht.

Schwarzer selbst veröffentlichte am Freitagmittag eine Erklärung, in der sie sich direkt an die "liebe, unbekannte Muslimin" wandte.

Darin stellte sie fest, die Einzige gewesen zu sein, die zu den Demonstranten hinausging, um mit ihnen zu diskutieren, und die sich ernsthaft um einen Dialog bemüht habe:

Und was macht ihr aus diesem Versuch, zu verstehen? Eine Diffamationskampagne. Echt traurig. Und aufschlussreich.

Das Forschungszentrum Globaler Islam wollte mit der Tagung und der Debatte um das Kopftuch eine Ausstellung über muslimische Mode, die derzeit im Frankfurter Museum Angewandte Kunst gezeigt wird, in einen gesellschaftlichen Kontext stellen. Dieses Vorhaben kann als gelungen gewertet werden.

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