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Amri-Freund Bilal Ben Ammar sitzt in Tunesien in Haft

Amri-Freund Bilal Ben Ammar sitzt in Tunesien in Haft
Mann am Tatort des 19. Dezember 2016, mutmaßlich Ben Ammar
Viel war in den letzten Monaten spekuliert worden über die Rolle von Bilal Ben Ammar beim Anschlag auf den Breitscheidplatz im Dezember 2016 und seine überstürzte Abschiebung wenige Wochen danach. Nun wird bekannt: Ben Ammar sitzt in Tunesien in Haft.

Der aus Deutschland nach Tunesien abgeschobene Freund des Berliner Weihnachtsmarkt-Attentäters Anis Amri ist von den Behörden seines Heimatlandes lokalisiert worden. Wie aus einem Schreiben des tunesischen Außenministeriums hervorgeht, das der dpa vorliegt, sitzt Bilal Ben Ammar aktuell in Tunesien im Gefängnis.

Ausschnitt aus dem Focus-Artikel: Terrorist, Agent oder Ersthelfer?

Mehrere oppositionelle Bundestagsabgeordnete forderten die Bundesregierung am Donnerstag auf, dafür zu sorgen, dass ihn der Untersuchungsausschuss möglichst bald als Zeugen vernehmen kann. Ob dies in Deutschland oder Tunesien erfolgen wird, ist noch offen.

Amri hatte am 19. Dezember 2016 einen Lastwagen gekapert, auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gesteuert und so insgesamt zwölf Menschen getötet. Am Abend vor dem Anschlag aß er mit seinem Landsmann Ben Ammar gemeinsam in einem Lokal in Berlin-Gesundbrunnen. Ben Ammar war am 1. Februar 2017 – nur sechs Wochen nach dem Anschlag – abgeschoben worden.

Dem islamistischen Gefährder konnte damals keine direkte Tatbeteiligung nachgewiesen werden. Die Grünen haben die Vernehmung von Ben Ammar durch das Bundeskriminalamt (BKA) allerdings als "lieblos" kritisiert. Der Untersuchungsausschuss des Bundestags soll Behördenfehler vor und nach dem Anschlag aufklären.

Mehr zum Thema - Breitscheidplatz-Anschlag: Prügelte Ben Ammar dem Attentäter den Weg frei?

Die Linken-Obfrau im Ausschuss, Martina Renner, sagte der dpa: "Nun wo klar ist, dass Ben Ammar sich in tunesischer Haft befindet, steht einer Vernehmung durch den Untersuchungsausschuss nichts mehr im Wege." Die Grünen-Abgeordnete Irene Mihalic sagte: "Es war ein großer Fehler und hat die Aufklärung massiv erschwert, den mutmaßlichen Komplizen Anis Amris so kurz nach dem Anschlag abzuschieben."

Ende Februar erschien im Focus ein Artikel, in dem unter Verweis auf Ermittlungsakten und unveröffentlichtes Videomaterial behauptet wurde, dass Ben Ammar zum Zeitpunkt der Tat am Breitscheidplatz war und Anis Amri nach der Tat den Weg freiprügelte. Laut Artikel war Ben Ammar Agent des marokkanischen Geheimdienstes DGST.

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(rt deutsch/dpa)

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