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Verunreinigung von Trinkwasser durch Bundeswehrlöschschaum in mehr als 100 Fällen

Verunreinigung von Trinkwasser durch Bundeswehrlöschschaum in mehr als 100 Fällen
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen in Hammelburg, Deutschland, 24. Juli 2017.
An 18 Orten wurde die Verunreinigung des Trinkwassers durch den von der Bundeswehr eingesetzten giftigen PFC-Löschschaum nachgewiesen. Weitere 108 Fälle sind noch zu bestätigen. Besonders betroffen sind die Anwohner der Gemeinde Manching in Oberbayern.

Aus einem Bericht der Bundeswehr Ende letzten Jahres geht hervor, dass Erdreich und Trinkwasser rund um den Bundeswehr-Flughafen Manching mit giftigen per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) kontaminiert ist. Es wurde bestätigt, das der Schwellenwert für diese Stoffe im Trinkwasser 400-Fach überschritten wurde. In Manching setzte die Bundeswehr, so berichtet der Bayrische Rundfunkden giftigen Löschschaum über Jahrzehnte ein. 

Die Chemikalien in dem Löschschaum stellen eine Gefahr für Mensch und Umwelt dar. In der Natur können die Giftstoffe kaum abgebaut werden. Besonders gefährlich ist das PFC im Trinkwasser, wenn dies von Schwangeren an das Ungeborene und in der Stillzeit an den Säugling weitergegeben wird. PFC gilt als krebsauslösend, unklar ist jedoch, ab welcher Menge, da es bisher keine verlässlichen Studien hierzu gibt.

Der Direktor des National Center for Environmental Health in Atlanta Patrick Breysse stellte diesbezüglich fest:

Ich werde oft gefragt, wie schädlich PFC möglicherweise sind. Darauf gibt es keine klare Antwort. Wir können zwar ihre Konzentration messen, aber wir messen nicht genau, welche Folgen sie für den menschlichen Körper haben. 

Bundeswehr-Übung, Munster, Deutschland.

Die Bundeswehr hat keine Alternative zum giftigen Löschschaum

Das Umweltbundesamt empfiehlt, die schädlichen PFC-Löschmittel durch fluorfreie Alternativmittel zu ersetzen. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums Kapitän Frank Fähnrich sagte in der Bundespressekonferenz am 8. April:

Mein Kenntnisstand darüber ist, dass es eines der wenigen Löschmittel ist, die wirklich effektiv sind und nicht die Bundeswehr die einzige Institution oder der Einzige ist, die entsprechende Löschmittel verwenden. ... Nach meiner Erkenntnis gibt es kaum Alternativen dazu.

Bekannt sind solche Trinkwasser-Verunreinigungen durch das Militär eher aus den Vereinigten Staaten. Erstmalig entwickelt wurde PFC von der Minnesota Mining Company in den 1940-er Jahren in den USA . Heute gibt es mehr als 3.000 PFC-Arten. Mit den Chemikalien werden auch Kleider und Haushaltsgegenstände beschichtet. 

Schon im letzten Jahr forderte der SPD-Landtagsabgeordnete Florian von Brunn eine Entschädigung für die Anwohner und Landwirte von Manching. In einem Brief an Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen fasst Brunn gemeinsam mit dem Kreisrat für Pfaffenhofen die Auswirkungen für die Landwirte und Anwohner zusammen. Da Bauern das verseuchte Wasser nicht mehr zur Bewässerung nutzen dürften, müsse ein Bewässerungssystem im Umkreis von 400 Hektar rund um den Bundeswehr-Flughafen für die Landwirte geschaffen werden. Ein solches würde jedoch 1,9 Millionen Euro kosten. 

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