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Debatte um Bluttests für Schwangere: Gegner warnen vor Selektion und hohen Abtreibungszahlen

Debatte um Bluttests für Schwangere: Gegner warnen vor Selektion und hohen Abtreibungszahlen
(Symbolbild: Ein Mädchen mit Down-Syndrom auf einem Spielplatz in Berlin)
Heute wird im Bundestag darüber debattiert, ob Krankenkassen Kosten für Bluttests bei Schwangeren übernehmen sollen. Hiermit kann bei Ungeborenen das Risiko z.B. eines Down-Syndroms eingeschätzt werden. Gegner warnen vor Selektion und steigenden Abtreibungszahlen.

Die Tests in der zehnten Schwangerschaftswoche ermöglichen, anhand der Untersuchung des Blutes der Mutter zu erkennen, ob das Ungeborene Trisomie 13, 18 oder 21 oder ähnliche Chromosomenstörungen hat. Diese Methode der Früherkennung von Schädigungen ist seit dem Jahr 2012 zulässig. Die Kosten liegen zwischen 200 und 450 Euro und mussten bislang von den werdenden Müttern selbst getragen werden.

Eine andere Möglichkeit mit jedoch höherem Risiko ist eine Untersuchung des Fruchtwassers. Dafür kommen die Krankenkassen auf. Im statistischen Durchschnitt kann bei diesem Test eine unter 200 Frauen ihr Ungeborenes verlieren. Der Bluttest liefert außerdem mit nur einem falschen Signal unter 1000 Fällen sicherere Ergebnisse. 

Dies veranlasste Marja-Liisa Völlers von der SPD-Fraktion zu fragen:

Weniger Risiko nur für Menschen mit mehr Geld?

Die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, die Ärztin Prof. Claudia Schmidkte (CDU), sprach sich zum Anfang der heutigen Debatte im Bundestag für die Kostenübernahme der Krankenkassen der ungefährlicheren Methode aus. Damit wurde auch eine Debatte um Abtreibungen angestoßen. 

Bald keine Kinder mehr mit Down-Syndrom? Gegner warnen vor Selektion 

Die Gegner dieses Vorhabens warnen vor einer steigenden Zahl von Schwangerschaftsabbrüchen. Darunter auch Uwe Schummer von der CDU: 

Wie können wir die Automatik zur Abtreibung durchbrechen? 

Er verwies auch auf den oft schlechten Umgang der Gesellschaft gegenüber Menschen mit Down-Syndrom. Im Publikum des Bundestages waren heute Menschen mit Down-Syndrom zu Gast, um die Debatte zu verfolgen. Die Ärztin Dr. Kirsten Kappert-Gonther von den Grünen brachte Island als Beispiel in die Debatte ein. Dort hätte die Kostenübernahme der Trisomie-Tests dazu geführt, dass Ungeborene mit Down-Syndrom abgetrieben würden: 

Das darf es in Deutschland nicht geben. Down-Syndrom ist keine Krankheit.

Andere verwiesen darauf, dass es an einer toleranten Einstellung der Gesellschaft zu Menschen mit Down-Syndrom mangele. In Berlin riefen Behindertenverbände am Tag vor der Debatte zur Demonstration auf: 

Entschieden wird darüber an diesem Donnerstag nichts, denn eine Entscheidung muss der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) als höchstes Organ für die Selbstverwaltung im Gesundheitswesen treffen. Im Bundestag zeichnete sich zum Ende der Debatte ein Kompromissvorschlag ab. Die Kassen sollten nur dann die Kosten für die Trisomie-Tests tragen, wenn es sich um eine Risikoschwangerschaft handele. Pro Jahr werden in Deutschland mehr als 100.000 Ungeborene abgetrieben. Laut Statistik basiert nur bei 4 Prozent davon die Entscheidung für einen Abbruch auf medizinischen Gründen.

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