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Die Saga geht weiter: Wissenschaftler und Politiker warnen vor Verkehrskollaps nach BER-Eröffnung

Die Saga geht weiter: Wissenschaftler und Politiker warnen vor Verkehrskollaps nach BER-Eröffnung
Verkehrschaos? Noch nicht. Pausenbereich in der BER-Baustelle im Februar 2018.
Eine Inbetriebnahme des BER im Herbst 2020 könnte zu einem Verkehrschaos führen, warnen Wissenschaftler und Politiker. Ein Ausbau der Verkehrsanbindungen sei dringend notwendig. Allerdings deutet wenig auf eine Eröffnung des BER zum angekündigten Termin hin.

Wissenschaftler und Politiker haben vor einem Verkehrschaos gewarnt, das nach der für den Herbst 2020 geplanten Eröffnung des Flughafens BER drohe. Am Montag stellte der Verkehrsexperte Bertram Teschner im Flughafenausschuss des Brandenburger Landtages sein Gutachten über die zu erwartenden Verkehrsengpässe vor.

Mehr als Kabelsalat

Teschner erwartet bis 2050 ein Ansteigen der Fluggastzahlen auf 55 Millionen jährlich und ein Anwachsen der Einwohnerzahl rund um den Flughafen um 33.000 Menschen. Hinzu kämen 135.000 neue Arbeitsplätze in der Region. Angesichts dieser Zuwächse müssten Autobahnen sowie Bus- und Bahnverkehr dringend ausgebaut werden, sonst drohe ein Verkehrskollaps. 

Brandenburgische Kommunalpolitiker äußerten sich vor dem Ausschuss ähnlich. Stephan Loge (SPD), Landrat des Kreises Dahme-Spreewald, in dem sich die Flughafenbaustelle befindet, forderte vor allem den Ausbau der Autobahn A113 und die Einrichtung neuer Anschlussstellen. Auch der Regionalbahnverkehr nach Südbrandenburg müsse verstärkt werden.

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Bürgermeister der umliegenden Gemeinden forderten zudem die Verlängerung der U7 und ein System von Anschlussstellen sowie Zu- und Ableitungen zum BER. Die Landrätin von Teltow-Fläming, Kornelia Wehlan (Linke), unterstützt diese Forderungen.

Die "gute" Nachricht in diesem Zusammenhang: Das prognostizierte Verkehrschaos dürfte erst einmal ausbleiben, weil der BER im nächsten Jahr aller Voraussicht nach nicht eröffnen wird. Nach der Aufsichtsratssitzung am vergangenen Freitag verschickte die Flughafengesellschaft schon einmal eine Pressemitteilung, in der die Verantwortung für weitere Verzögerungen den Dienstleistern zugewiesen wurde:

Im Zusammenhang mit dem Baufortschrittsbericht und dem Bericht des TÜV wurde der Aufsichtsrat darüber informiert, dass es bei den Kabelgewerken und der Brandmeldeanlage noch zahlreiche Mängel gibt. Ausführlich wurde die Frage behandelt, ob und in welchem Ausmaß Verzögerungen bei der Fertigstellung dieser Gewerke zu erwarten sind. Die Geschäftsführung berichtete über verbindliche Zusagen der zuständigen Dienstleister über konkrete Fortschritte bis Ende des ersten Quartals. Wenn diese eingehalten werden, dürfte die Terminierung der für den Sommer anstehenden Wirkprinzipprüfungen nicht beeinträchtigt sein. 

Symbolbild: Schönefeld Flughafen, Absperrung mit BER Logo, 7. Januar 2019.

Der Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider wurde mit den Worten zitiert:

Wir haben uns heute intensiv mit den Kabelgewerken und der Brandmeldeanlage beschäftigt. Hier müssen sich die verantwortlichen Firmen noch kräftig anstrengen, um die versprochenen Termine zu halten.

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup erklärte am Montag vor dem Flughafenausschuss, dass die Kabeltrassen "voraussichtlich" im Juli fertiggestellt sein werden, es dabei aber noch "etliche Risiken" gebe. Die Brandmeldeanlage solle bis April fertig werden, aber auch hier gebe es einen "möglichen Risikozuschlag".

Offiziell hält Lütke Daldrup immer noch am Eröffnungstermin 2020 fest. Hinter den Kulissen dürfte aber bereits diskutiert werden, ob die Probleme mit einer weiteren Terminverschiebung überhaupt zu lösen sind oder ob ein neuer Ansatz notwendig ist – wie eine Entkernung des Hauptgebäudes und der völlige Neubau der Anlagen. In jedem Fall dürfte es noch Zeit geben, die Verkehrsanbindung des BER zu verbessern.

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