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Bilanz Kölner Silvesternacht 2015: 661 gemeldete Opfer sexueller Übergriffe – drei verurteilte Täter

Bilanz Kölner Silvesternacht 2015: 661 gemeldete Opfer sexueller Übergriffe – drei verurteilte Täter
Nach den Vorkommnissen der Silvesternacht 2015 wurde in den Folgejahren das Polizeiaufgebot am Kölner Hauptbahnhof erhöht. Dieses Bild stammt aus der Silvesternacht 2017.
Nach der Silvesternacht 2015 in Köln meldeten mehr als 600 Frauen, Opfer eines sexuellen Übergriffs geworden zu sein. Laut einem Bericht im "Spiegel" fällt dagegen die juristische Bilanz der Vorfälle trotz des enormen Ermittlungsaufwandes sehr mager aus.

Nach der berüchtigten Kölner Silvesternacht 2015 meldeten sich zunächst 661 Frauen als Opfer sexueller Übergriffe. Es erfolgten laut Staatsanwaltschaft insgesamt 1.304 Strafanzeigen. Die Kölner Polizei hatte nach den Vorfällen umgehend eine Sonderkommission mit mehr als hundert Beamten gebildet. Die "Ermittlergruppe Neujahr" bekam sogar Unterstützung von Scotland Yard. Deren sogenannte "Super Recognizer" halfen dabei, Verdächtige auf Videobildern wiederzuerkennen. Doch offenbar steht der letztendliche Ermittlungserfolg in keinem Verhältnis zum betriebenen Aufwand.

Laut einem Bericht des Spiegels stehen den mehr als 600 mutmaßlichen Opfern nur drei überführte Täter gegenüber. Das Nachrichtenmagazin stützt sich dabei auf eine Aufstellung des Amtsgerichts Köln. Zwei von den drei Verurteilten kamen demnach sogar mit Bewährungsstrafen wegen lediglich "sexueller Nötigung" und "Beihilfe" davon. Ein Iraker, der eine junge Frau gegen deren Willen geküsst und ihr Gesicht abgeleckt haben soll, sowie ein Algerier, der aus einer Gruppe heraus gedroht habe: "Give me the girls, give the girls - oder Tod." Eine Freiheitsstrafe erhielt nur der Libyer Muhamed A., der Frauen begrapscht haben soll. Er soll wegen tätlicher Beleidigung in zwei Fällen und wegen Verstoßes gegen das Aufenthaltsgesetz ein Jahr und neun Monaten einsitzen.

Laut dem Spiegel konnten die drei Männer nur überführt werden, weil sie vor den Übergriffen Selfies von sich und ihren Opfern gemacht haben sollen. Das habe die Identifikation ermöglicht. In vielen anderen Fällen konnten die mutmaßlichen Täter nicht ermittelt werden, da sie aus dem Getümmel heraus aktiv wurden. Laut dem Bericht ermittelte die Kölner Staatsanwaltschaft gegen 290 Personen, davon wurden jedoch nur 52 in insgesamt 43 Verfahren angeklagt. Bei den Angeklagten soll es sich laut den Gerichtsunterlagen vor allem um Algerier (17), Marokkaner (16) und Iraker (7) handeln. Zudem gab es sechs Strafbefehle.

Wie das Nachrichtenmagazin weiter berichtet, wurden von den 43 Gerichtsverfahren sechs eingestellt, weil sich der Aufenthaltsort der mutmaßlichen Täter nicht feststellen ließ. Abgeschlossen wurden 37 Prozesse mit insgesamt 32 Verurteilungen. Doch in den meisten Fällen ging es dabei um Diebstahl, Raub oder Hehlerei. Ein 30-jähriger Algerier wurde zu einem Jahr und elf Monaten Gefängnis wegen räuberischen Diebstahls verurteilt. Fünf Verfahren wurden, teilweise unter Auflagen, eingestellt.

Der Spiegel zitiert den Sprecher des Kölner Amtsgerichts, Wolfgang Schorn, mit den Worten: "Insgesamt fällt das Ergebnis ernüchternd aus." Und weiter: "Die tumultartige Situation der Silvesternacht hat zu einer schwierigen Beweislage geführt."

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