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Relotius reloaded: Die Zeit trennt sich von freiem Mitarbeiter

Relotius reloaded: Die Zeit trennt sich von freiem Mitarbeiter
Gieselmann (rechts) im Juli 2018 mit dem Fußballer Claudio Pizarro
Die Zeit trennt sich von einem freien Mitarbeiter wegen Verletzung der journalistischen Sorgfaltspflicht. Vor zwei Wochen hatte sich bereits die Süddeutsche Zeitung von dem Autor getrennt. Vieles spricht dafür, dass sich der Fall Relotius wiederholt.

Der Zeit-Verlag beendet die Zusammenarbeit mit einem freien Mitarbeiter, von dem sich zuvor schon die Süddeutsche Zeitung getrennt hat. Die Chefredaktionen von Zeit und Zeit Online begründeten die Entscheidung mit Verstößen gegen die Sorgfaltspflicht und die journalistischen Grundsätze, wie es in einem am Montag veröffentlichten Beitrag auf dem Zeit Online-Blog Glashaus heißt.

Insgesamt seien bei der Überprüfung der Beiträge bisher elf Texte mit einem oder mehreren Fehlern aufgefallen. Am Dienstag hatte das Branchenportal Meedia darüber berichtet. Nach Informationen von Meedia handelt es sich bei dem Journalisten um Dirk Gieselmann, der für seine Arbeiten unter anderem mit dem Henri-Nannen- und dem Reporterpreis ausgezeichnet worden war.

Schaffen sie sich auch ab? Titelseiten deutscher Zeitungen nach dem Vorrunden-Aus der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der WM in Russland, Juni 2018.

Der Autor beteuere, dass alle Fehler in seinen Beiträgen ohne Täuschungsabsicht entstanden seien, heißt es in dem Blog weiter. In den Jahren von 2015 bis 2018 hat er den Angaben zufolge 30 Beiträge für Zeit Online und 11 Texte für die Wochenzeitung Die Zeit geschrieben. Bei der Überprüfung der Artikel sei aufgefallen, dass etwa in einer Reportage Ereignisse, die an mehreren Tagen spielten, zur Beschreibung eines einzigen Tages verdichtet worden seien.

Der Spiegel, für den der freie Mitarbeiter ebenfalls Texte geschrieben hat, will dem Autoren künftig ebenfalls keine Aufträge mehr erteilen, wie ein Sprecher am Dienstag sagte. Die Untersuchung und abschließende Bewertung der Artikel laufe aber noch. Auf eine Meedia-Anfrage teilte das Nachrichtenmagazin mit, die Spiegel-Dokumentation habe die insgesamt 43 Veröffentlichungen des Autors geprüft. "Bei 39 Texten wurden keine Hinweise auf bewusste Manipulationen festgestellt; in zwei Fällen läuft die Überprüfung noch. In einem Fall haben wir Hinweise auf Manipulationen gefunden."

Die Süddeutsche Zeitung hatte im Februar mitgeteilt, sie habe die Zusammenarbeit mit dem freien Journalisten beendet, weil dieser in einer noch nicht veröffentlichten Geschichte des Süddeutsche Zeitung Magazins einen Protagonisten erfunden habe.

Im Dezember 2018 hatte das Magazin Spiegel einen schweren journalistischen Betrugsfall im eigenen Haus bekanntgegeben. Dabei ging es um Fälschungen des Reporters Claas Relotius, der zunächst als freier Mitarbeiter und dann als Redakteur für das Nachrichtenmagazin gearbeitet hatte.

Mehr zum Thema - Der Fall Relotius, oder: "Sagen, was sein soll"

(rt deutsch/dpa)

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