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Relotius reloaded? SZ trennt sich von preisgekröntem Journalisten

Relotius reloaded? SZ trennt sich von preisgekröntem Journalisten
Schaffen sie sich auch ab? Titelseiten deutscher Zeitungen nach dem Vorrunden-Aus der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der WM in Russland, Juni 2018.
Wiederholt sich der Fall Relotius? Die Süddeutsche Zeitung hat bekanntegegeben, sich von einem freien Mitarbeiter getrennt zu haben. Dieser habe einen Protagonisten in einer Geschichte für das SZ-Magazin erfunden. Wiederholt sich der Fall Relotius?

Die Süddeutsche Zeitung hat die Zusammenarbeit mit einem freien Mitarbeiter beendet. Er hat nach Angaben des Blatts in einer noch nicht veröffentlichten Geschichte des Süddeutsche Zeitung Magazins einen Protagonisten erfunden. Der Name des Journalisten wurde nicht bekanntgegeben.

Der Autor habe zugegeben, dass Zweifel an der Geschichte berechtigt seien, teilten die Chefredaktionen beider Titel am Mittwoch in München mit. Sie werten das als "groben Verstoß gegen die journalistischen Standards". Das Branchenportal Meedia hatte darüber berichtet.

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Bei der Überprüfung weiterer Texte habe sich herausgestellt, dass "in einer Geschichte des Journalisten fremdsprachige Zitate unsauber wiedergegeben wurden und dadurch Sachverhalte ungenau dargestellt worden sind". Anhaltspunkte für weitere schwerwiegende Verstöße gegen die journalistischen Standards der beiden Titel habe es nicht gegeben.

Der freie Journalist soll auch für andere Medien geschrieben haben. Eine Sprecherin der Zeit-Verlagsgruppe erklärte laut Meedia

Wir prüfen intensiv alle Texte des freien Mitarbeiters. Dies geschieht unter Mithilfe des Autors, der uns seine Rechercheunterlagen zur Verfügung gestellt hat. Die Prüfung hält noch an. Bislang haben sich alle Orte, Personen und Ereignisse als real erwiesen. 

Claas Relotius bei der Verleihung des Reemtsma Liberty Award, März 2017

Allerdings seien in einem Teil der Texte sachliche Fehler und Ungenauigkeiten aufgefallen. Der Journalist soll mehrfach ausgezeichnet worden sein, unter anderem mit dem Henri-Nannen-Preis.

Im Dezember hatte das Nachrichtenmagazin Spiegel einen schweren journalistischen Betrugsfall im eigenen Haus aufgedeckt und öffentlich gemacht. Dabei ging es um Fälschungen des Reporters Claas Relotius, der zunächst als freier Mitarbeiter und dann als Redakteur für das Nachrichtenmagazin gearbeitet hatte.

Von ihm sind dem Spiegel zufolge seit 2011 knapp 60 Texte in der Print-Ausgabe und bei Spiegel Online erschienen. Nach Spiegel-Angaben hat der Journalist in "großem Umfang seine eigenen Berichte gefälscht und Protagonisten erfunden". Die neue Chefredaktion um Steffen Klusmann setzte eine Kommission aus internen und externen Experten ein, die den Fälschungen nachgehen soll.

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(rt deutsch/dpa)

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