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Verständnisprobleme hinter Gittern: Jeder zweite Häftling in Bremen und Hamburg aus dem Ausland

Verständnisprobleme hinter Gittern: Jeder zweite Häftling in Bremen und Hamburg aus dem Ausland
Gefängnis in Essen, Deutschland, 14. November 2014
Die wachsende Zahl von Ausländern in deutschen Haftanstalten führt zu Schwierigkeiten. Die Resozialisierung wird erschwert. Der Bedarf an Beamten mit Migrationshintergrund und Dolmetschern steigt. Die Kosten pro ausländischem Häftling sind 122 Euro täglich.

Besonders hoch ist der Ausländeranteil in Haftanstalten in Bremen und Hamburg. Hier ist es jeder Zweite. Laut des Statistischen Bundesamtes ist es bundesweit jeder Dritte. Am 31. März 2018 waren es 16.267 ausländische Strafgefangene und Sicherungsverwahrte. Die Kosten pro ausländischem Häftling liegen bei 122 Euro am Tag. Insgesamt gibt es rund 50.957 Häftlinge in Deutschland. 

Symbolbild: Abgeschobene Afghanen nach ihrer Ankunft in Kabul, Afghanistan

Zwischen 2016 und 2019 stieg die Zahl der Häftlinge aus dem Ausland in Sachsen von 482 auf 981 Personen. Es fehlt an Dolmetschern und Justizvollzugsbeamten mit Migrationshintergrund. Besonders benötigt werden dort Übersetzer aus Syrien, Polen, Albanien und Guinea-Bissau. Im bundesweiten Vergleich stammten 2018 die meisten ausländischen Häftlinge aus der Türkei (2.366), Polen (1.316), Rumänien (1.143) und Marokko (648). 

Die stellvertretende Leiterin der JVA Halle macht an einem Beispiel, gegenüber dem MDR deutlich, dass durch Verständigungsprobleme schnell zu Frustration führen kann: 

Nehmen wir mal an, der Besuch kommt nicht. (...) Da kann der deutsche Gefangene den Stationsbediensteten fragen und bekommt schnell eine Antwort. Der ausländische Gefangene kann das nicht. 

In der JVA Halle werden Dolmetscher für 36 Nationen benötigt. Sonst ist eine Telefonüberwachung in der Zelle nicht möglich: 

Wir sind beauftragt, die Gefangenen sicher unterzubringen. Dazu gehören auch Telefonüberwachungen. (...) Das geht natürlich nur mit Dolmetscher. 

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