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Daten-Leak-Fall: Verdächtiger wieder auf freiem Fuß – Ärger über Äußerungen als Motiv

Daten-Leak-Fall: Verdächtiger wieder auf freiem Fuß – Ärger über Äußerungen als Motiv
Leiterin der Abteilung Schwere und Organisierte Kriminalität des Bundeskriminalamts (BKA), Sabine Vogt, und Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk bei der Pressekonferenz zur Festnahme des verdächtigen 20-Jährigen im Zusammenhang mit dem Daten-Diebstahl-Fall
Der nach dem massiven Online-Angriff auf Politiker und Prominente festgenommene 20-Jährige ist wieder auf freiem Fuß. In einer Vernehmung nannte er Ärger über Äußerungen seiner Opfer als Motiv für seine Taten. Er erklärte auch, allein gehandelt zu haben.

Rund 1.000 Politiker und Prominente sind von diesem Daten-Diebstahl betroffen. Fünf Tage nach dem massiven Online-Angriff, bei dem persönliche Daten und Fotos der Betroffenen veröffentlicht wurden, wurde nun bekannt, dass die Ermittler einen jungen Mann festgenommen haben. Der 20-Jährige wurde aber wieder freigelassen. Nach einem umfassenden Geständnis wurde er wegen fehlender Haftgründe am Montagabend wieder auf freien Fuß gesetzt. Für Heranwachsende gelten besonders hohe Anforderungen für die Anordnung der Untersuchungshaft.

Verdächtiger – sehr computeraffin, aber kein Informatiker

In einer Vernehmung habe er Ärger über Äußerungen seiner Opfer als Motiv für seine Taten genannt. Das teilte Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk, der Sprecher der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main, am Dienstag bei der Pressekonferenz zu diesem Fall in Wiesbaden mit. Zudem habe der Tatverdächtige erklärt, dass er allein gehandelt habe. Die bisherigen Ermittlungen hätten keine Hinweise auf eine Beteiligung weiterer mutmaßlicher Täter ergeben, ergänzte Ungefuk.

(Symbolbild).

Die notwendigen Kenntnisse zum Ausspähen seiner Opfer im Internet habe sich der 20-Jährige selbst beigebracht. Der Beschuldigte sei sehr computeraffin, verfüge aber über keine entsprechende Ausbildung, etwa als Informatiker, sagte Ungefuk weiter. Der Mann habe viel Zeit damit verbracht, sich am PC bestimmte Kenntnisse anzueignen. Dem 20-Jährigen sei es durch eine "ausgeklügelte Vorgehensweise" gelungen, die Daten auszuspähen. Es habe nicht nur eine, sondern mehrere Ausspähaktionen gegeben, vor allem im Jahr 2018. Zudem habe er Daten aus öffentlich zugänglichen Quellen zusammengetragen.

Keine Hinweise auf politische Motivation für die Taten

Das grundsätzliche Computer-Interesse und Zeit seien die Faktoren, die bewirkten, dass viele junge Leute ohne Informatik-Ausbildung sich solche Kenntnisse aneignen und entsprechend im Internet agieren könnten, sagte Ungefuk. Der verdächtige 20-Jährige soll über das inzwischen gesperrte Twitter-Konto @_0rbit im Dezember zahlreiche persönliche Daten von Politikern und Prominenten als eine Art Adventskalender veröffentlicht haben. Etwa 50 Fälle seien schwerwiegender, weil größere Datenpakete mit Privatdaten, Fotos und Korrespondenz veröffentlicht wurden.

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Der 20-Jährige war nach der Durchsuchung seiner Wohnung am Sonntag festgenommen worden. Er ist nach Angaben der Sicherheitsbehörden Schüler und wohnt bei seinen Eltern. Ermittelt wird nun wegen des Verdachts der Ausspähung von Daten und der unberechtigten Veröffentlichung dieser Informationen. Bei den Durchsuchungen habe es keine Hinweise auf eine politische Motivation für die Taten gegeben. Diese Frage sei aber nach Angaben der Behörden noch nicht abschließend geklärt.

(dpa/rt deutsch)

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