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Berlins Innensenator greift in die Polizei-Hierarchie ein, um seiner Nachbarin zu helfen

Berlins Innensenator greift in die Polizei-Hierarchie ein, um seiner Nachbarin zu helfen
Innensenator Geisel mit Berliner Polizisten
Einer Nachbarin des Berliner Innensenators werden über 90.000 Euro gestohlen. Dieser interveniert daraufhin persönlich bei der Polizei, damit diese eine Gruppe der Kripo vorbeischickt. Das eigenwillige Vorgehen des Senators stößt auf scharfe Kritik.

Der Berliner Innensenator Andreas Geisel hat in einem Kriminalfall in Berlin-Karlshorst bei der Polizei interveniert und veranlasst, dass der Kriminaldauerdienst anrückt, um in einem Betrugsfall zu ermitteln.

Das Opfer, eine 90-jährige Frau, die in der Nachbarschaft Geisels wohnt und deren Familie persönlich mit ihm bekannt ist, war von Kriminellen bestohlen worden. Die Betrüger, die sich als Polizisten ausgaben, brachten die Frau dazu, 94.000 Euro in bar und eine Diamantbrosche herauszugeben. Sie hatten die Frau glauben gemacht, dass ein Einbruch unmittelbar bevorstehe, und sie dazu gebracht, das Geld und die Brosche vor ihrem Haus abzulegen, wo diese angeblich von Verwandten der Frau abgeholt werden sollten.

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Die danach vom Opfer kontaktierten Verwandten benachrichtigten die Polizei, und den Innensenator. Dieser erschien vor Ort und intervenierte bei der Polizei, nachdem diese nur einen Streifenwagen zum Tatort geschickt hatte. Nach der Intervention des Senators erschien auch die Kriminalpolizei, um den Tatort zu untersuchen und das Opfer zu betreuen.

Der zuständige Kriminaldauerdienst der Direktion 6, verantwortlich für die Bezirke Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick, der bei schweren Straftaten wie Raub, Einbruch und Autodiebstahl am Tatort Spuren sichert und Zeugen vernimmt, hatte zunächst abgelehnt, Beamte zu entsenden. Zu wenige Teams waren im Einsatz, alle waren mit schwereren Straftaten beschäftigt. 

Geisel rechtfertigte seinen Eingriff in die Hierarchie der Berliner Polizei. In einem Facebook-Post schrieb der Senator, er habe dafür gesorgt, dass das Opfer betreut und der Tatort kriminaltechnisch untersucht wurde. Die Reihenfolge der Abarbeitung der verschiedenen Delikte habe er aber nicht verändert. Aus dem Post geht auch hervor, dass es zu einer verbalen Auseinandersetzung mit dem Polizisten in der Leitstelle kam.

Geisels eigenwilliges Vorgehen stieß auf Kritik. Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei, nannte die Intervention des Senators nachvollziehbar, aber nicht korrekt. Dem Tagespiegel sagte er, ein Trickdiebstahl von 94.000 Euro sei nicht so wichtig wie das Leben eines Menschen.

Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende des Gesamtpersonalrats der Polizei, Mirko Prinz, gegenüber dem Checkpoint-Newsletter des Tagesspiegel. Mit nur noch drei Einsatzteams des Kriminaldauerdienstes für gut 800.000 Einwohner sei es nicht möglich, dass die Kriminalpolizei zu allen Tatorten kommt.

Kritik an Geisel kam auch aus der Opposition. Der FDP-Abgeordnete Marcel Luthe erklärte auf Facebook, dass die Sicherheit der Bürger endlich wieder Priorität genießen müsse, statt "in einem Einzelfall die zu kurze (Personal-)Decke in eine andere Richtung zu ziehen".

Ebenfalls aus der FDP kam aber auch Unterstützung für Geisel. Der Abgeordnete Stefan Förster fragte auf Twitter, wo das Problem sei, wenn er seiner um ihre Ersparnisse gebrachten Nachbarin helfe und auch selbst bei der Polizei anrufe: "Wenn menschliches Handeln skandalisiert wird, ist das nicht mein Berlin."

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