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Habeck vertwittert sich: "Wollen aus Thüringen ein offenes, freies, demokratisches Land machen"

Habeck vertwittert sich: "Wollen aus Thüringen ein offenes, freies, demokratisches Land machen"
Will Thüringen befreien und demokratisieren: Robert Habeck, hier zusammen mit einem jubelnden Anton Hofreiter nach Bekanntgabe des Ergebnisses der Landtagswahl in Bayern
Robert Habeck wollte die Thüringer Grünen mit einem Video im Wahlkampf unterstützen. Darin kündigte er an, aus Thüringen ein offenes, freies und demokratisches Land machen zu wollen. Das Video ist schon wieder offline, doch der Schaden für die Grünen ist da.

Robert Habeck, Vorsitzender der Grünen, hat sich mit einem Aufruf zur Unterstützung seiner Partei bei den im Oktober anstehenden Landtagswahlen blamiert. In einem Kurzvideo, das die Thüringer Grünen am Sonntag auf ihrem Twitter-Account veröffentlichten, erklärte Habeck:

"Wir versuchen, alles zu machen, damit Thüringen ein offenes, freies, liberales, demokratisches Land wird, ein ökologisches Land."

Auf Twitter ergoss sich daraufhin eine Welle von Spott und Kritik über Habeck. Carsten Schneider, Thüringer Bundestagsabgeordneter der SPD, ätzte: "In welchem Gefängnis habe ich die letzten Jahre gelebt?"

Andere wiesen darauf hin, dass die Grünen in dem Bundesland gemeinsam mit Linken und SPD seit vier Jahren die Regierung stellen.

Die Landesgrünen reagierten schnell, allerdings nicht sehr glücklich. Sie entfernten das Video am Sonntagabend und erklärten, Habeck sei falsch verstanden worden. Auch dafür gab es Kritik. Die Grünen versuchten, von ihrer Fehlleistung abzulenken.

Habecks deplatzierte Bemerkung zu Thüringen vom Sonntag war nicht seine erster "Twitterunfall". Vor der Landtagswahl in Bayern im Oktober 2018 hatte er gefordert, die Alleinherrschaft der CSU zu beenden, um sagen zu können, es gebe "endlich wieder Demokratie" in Bayern. Für diese Äußerung hatte er sich entschuldigt: "Das war im Wahlkampffieber einer zu viel. Sorry dafür!"

Am Montagmorgen zog Habeck aus dem Spott für seine Äußerungen zu Thüringen Konsequenzen. Offensichtlich sei er anfällig dafür, in einem Medium, das so aggressiv kommuniziere wie Twitter, auch so zu reden. Habeck kündigte an, Twitter nicht mehr nutzen zu wollen. In einem Interview mit Bayern 2 gab er sich zerknirscht. Was er gesagt habe, sei "super bescheuert":

Ich beiß mir in den Arsch. Ich habe die ganze Nacht darüber nachgedacht, wie mir so etwas passieren kann.

Mittlerweile hat Habeck seinen Twitter- und auch seinen Facebook-Account abgeschaltet.

Die Panne des von den Leitmedien schon zum potenziellen Kanzler hochgejubelten Habeck ist für einen Berufspolitiker seiner Kategorie dilettantisch. Mit seiner in dem Video implizierten Meinung, dass Thüringen (und vermutlich ganz Ostdeutschland) nicht offen, frei, liberal und demokratisch sei, steht er aber im liberalen, westdeutschen Bürgertum längst nicht allein da.

So erkannte auch die evangelische Bischöfin für Mitteldeutschland, die aus dem Westen stammende Ilse Junkermann, in einem Interview mit dem MDR "erheblichen Nachholbedarf" beim Einüben der Demokratie im Osten. Den Thüringer Grünen aber dürfte Habeck mit seiner Offenheit einen denkbar schlechten Start ins Wahlkampfjahr beschert haben.

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