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Zwei Jahre nach Breitscheidplatz-Attentat: Speditionsbesitzer enttäuscht von deutschen Behörden

Zwei Jahre nach Breitscheidplatz-Attentat: Speditionsbesitzer enttäuscht von deutschen Behörden
Der beschädigte Lkw auf dem Breitscheidplatz, Berlin, Deutschland, 20. Dezember 2016.
Das Attentat auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz liegt zwei Jahre zurück. Der polnische Fahrer des gestohlenen LkWs wurde vom Attentäter getötet. Sein Cousin, der Speditionsbesitzer, ist von den deutschen Behörden enttäuscht. Den finanziellen Schaden ersetzte ihm niemand.

Ariel Zurawski ist der Cousin des getöteten polnischen Fahrers, der zum ersten Opfer des Terror-Angriffs auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin am 19. Dezember 2016 wurde. Der Familienvater Lukasz U. wurde erschossen. Die Ermittlungen im Fall Anis Amri laufen noch. Amri galt als islamistischer Gefährder, konnte sich jedoch frei bewegen. Den Opfern wurde ein Denkmal errichtet. 

Für Zurawski entstand neben dem persönlichen Verlust ein wirtschaftlicher Schaden von 90.000 Euro, dem ihm die deutschen Behörden nicht ersetzten. Ihm wurden 10.000 Euro an Schmerzensgeld ausgezahlt. Seine Speditionsfirma brachte dies kurz vor den Ruin. Er sieht sich als polnisches Opfer benachteiligt: 

Ich will mich doch nicht bereichern. (...) Ich trage doch keine Schuld an dem Anschlag. 

Vergangenen März wurde ein Untersuchungsausschuss eingesetzt, der klären soll, ob der Anschlag vorhersehbar war. Aufschluss darüber könnten die Ermittler geben. Die V-Männer aber dürfen, aufgrund des Quellenschutzes, nicht aussagen. Die Aufklärung wird behindert und Zurawski wird keinen Schadensersatz erhalten: 

Solange in Deutschland die Ermittlungen nicht abgeschlossen sind, habe ich keine Chance, etwas zu erreichen. Das ist ein Kampf wie David gegen Goliath.

Unterstützung aus Polen, von Thyssen-Krupp und Scania

Der Attentäter Anis Amri hatte versucht, mit dem Lkw möglichst viele Menschen zu töten. Zwölf Menschen nahm er das Leben, mehr als 70 wurden verletzt.

Die polnische Regierung brachte den Leichnam auf Staatskosten zurück in die Heimat und übernahm auch die Beerdigungskosten. Vertreter der deutschen Regierung waren nicht anwesend. Staatspräsident Andrzej Duda kam, um dem Toten die letzte Ehre zu erweisen. 

Der Lkw war geleast. Der schwedische Hersteller Scania erlies Zurawski die Leasing-Raten. Auch Thyssen-Krupp verzichtete auf den Schadenersatz der beschädigten Transport-Ware. 

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