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Focus und der Konjunktiv: Angeblich radikales Prepper-Netzwerk in der Bundeswehr

Focus und der Konjunktiv: Angeblich radikales Prepper-Netzwerk in der Bundeswehr
Unter Preppern? Mitglieder des KSK bei einer Übung im September 2015.
Der Focus berichtet über ein Netzwerk von radikalen Preppern in der Bundeswehr. Dieses habe eine Liste mit Namen von Politikern geführt, die an einem "Tag X" ermordet werden sollten. Der Artikel bleibt vage, einige seiner Aussagen stoßen auf Widerspruch.

Nach einem Bericht des Focus besitzt das Bundeskriminalamt (BKA) Hinweise auf ein "größeres konspiratives Netzwerk von radikalen Preppern" in der Bundeswehr. Die Zeitschrift beruft sich auf Ermittlungsakten des BKA. Demnach sei das BKA bei den Ermittlungen gegen den Oberleutnant Franco A., der sich als syrischer Flüchtling ausgegeben hatte und im April 2017 wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat festgenommen worden war, auf Hinweise auf dieses Netzwerk gestoßen.

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Der Focus berichtet von Planungen, missliebige Politiker an einem "Tag X" "zu einem Ort mit Tötungsabsicht zu verbringen". Ganz oben auf der (bisher nicht gefundenen) Todesliste soll der Linken-Fraktionsvorsitzende Dietmar Bartsch stehen. Außerdem seien Waffendepots und Treibstofflager angelegt worden. Die Prepper seien zu realen Treffen und in Chatgruppen zusammengekommen. Focus berichtet von zahlreichen Verbindungen zu Angehörigen des Kommandos Spezialkräfte (KSK) und zum Verein Uniter e. V., dem vornehmlich Angehörige der Spezialkräfte von Bundeswehr und Polizei angehören.

Bundeswehrsoldaten

Der Focus berichtet weiter, dass die BKA-Ermittlungen offenbar von einem Oberstleutnant des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) behindert wurden. Der Mann soll Angehörige des KSK, die Führungspositionen bei den Preppern einnahmen, unter anderem vor Durchsuchungen gewarnt haben. Die Staatsanwaltschaft Köln hat gegen den Offizier Anklage erhoben.

Als Prepper werden Personen bezeichnet, die sich auf Katastrophen und den Zusammenbruch der staatlichen Ordnung vorbereiten, vor allem durch die Schaffung von Vorräten jedweder Art, auch von Waffen und Werkzeug, und die Errichtung von Schutzbauten. Das ist grundsätzlich natürlich nicht illegal, allerdings bewegen sich in der vielfältigen Szene auch Rechtsextreme. Im August 2017 kam es in Mecklenburg-Vorpommern zu einer Razzia der Bundesanwaltschaft, bei der Wohnungen und Büros von Preppern durchsucht wurden, die sich zu einer Gruppe mit dem Namen Nordkreuz zusammengeschlossen hatten.

"Focus-Artikel hält faktisch keiner Recherche stand"

Der Focus-Artikel bleibt insgesamt vage und kommt über Vermutungen kaum hinaus. Uniter e. V. hat auf seiner Webseite ein geharnischtes Dementi veröffentlicht, in dem er der Zeitschrift vorwirft, den Artikel mit Informationen aus verschiedenen Verfahren zusammengeschrieben zu haben, und so "ein Gesamtbild entstehen zu lassen, das faktisch keiner Recherche standhält".

Uniter e. V. wirft dem Focus auch vor, der Organisation eine Anfrage gestellt zu haben, ohne dann die Antwort in den Artikel einfließen zu lassen. Uniter habe keine Verbindungen zur Prepper-Szene und sei dem Grundgesetz und den Menschenrechten verpflichtet. In einer weiteren Mitteilung spricht der Verein von einer "allgemeinen Märchenzeit" in den Medien und fordert die Märchenerzähler unter Hinweis auf seine jährliche Obdachlosenaktion dazu auf, für jede Falschinformation eine kleine Spende zu geben.

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