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Vorschau zur Hessen-Wahl: Das müssen Sie wissen

Vorschau zur Hessen-Wahl: Das müssen Sie wissen
Der CDU-Wahlkampf in Hessen.
In Hessen wird am 28. Oktober ein neuer Landtag gewählt. Derzeit regiert eine schwarz-grüne Regierung das Land. Doch die hat laut Umfragen keine Mehrheit mehr. Was kommt danach? Alle Optionen sind offen - von Rot-Rot-Grün bis Jamaika.

Zahlen und Fakten: Hessen hat rund 6,24 Millionen Einwohner, davon sind etwa 4,38 Millionen Männer und Frauen wahlberechtigt. Knapp 62.000 junge Menschen dürfen zum ersten Mal überhaupt bei einer Landtagswahl ihre Kreuzchen machen. Es treten 23 Parteien an, auf den Landeslisten stehen die Namen von 691 Bewerbern. In den 55 Wahlkreisen gibt es 413 Direktkandidaten.

Sündenbock? Horst Seehofer am Montag in München

Wahlrecht: Die Wähler in Hessen dürfen zwei Kreuze machen. Mit der Erststimme oder Wahlkreisstimme wählen sie einen Direktkandidaten in ihrem Wahlkreis, mit der Zweitstimme oder Landesstimme eine Partei. Die Zweitstimme ist entscheidend für die Zusammensetzung des neuen Landtags und die Kräfteverhältnisse. Ansonsten gilt wie in anderen Ländern oder bei der Bundestagswahl: Eine Partei muss auf mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen kommen, um in den Landtag zu kommen.

Parlament: Der Landesverfassung zufolge gehören dem Landtag in der Regel 110 Abgeordnete an. Erringt eine Partei aber mehr Direktmandate in den 55 Wahlkreisen, als ihr nach dem Zweitstimmenergebnis eigentlich zustehen würden, kommt es zu Überhang- und Ausgleichsmandaten - sprich: Auch für die anderen Parteien ziehen noch weitere Kandidaten in den Landtag ein, bis das Verhältnis wieder einigermaßen stimmt.

Sitzverteilung: Stärkste Kraft in Hessen bei der vorherigen Landtagswahl im Jahr 2013 war die CDU geworden. Sie holte 38,3 Prozent der Stimmen, was ihr 47 Sitze brachte. Dahinter lag die SPD mit 30,7 Prozent und 37 Sitzen. Auf Platz drei schafften es die Grünen mit 11,1 Prozent der Stimmen und 14 Sitzen. Auf je 6 Sitze kamen die Linke (5,2 Prozent) und die FDP (5,0 Prozent). Die AfD verfehlte damals mit 4,1 Prozent den Einzug in den Landtag.

Regierung: Hessen hat sich schon öfter als Politiklabor erwiesen - unvergessen bis heute ist der Auftritt des Grünen Joschka Fischer in Turnschuhen bei seiner Vereidigung 1985 als Umweltminister. Damals war dies die erste rot-grüne Landesregierung. 2008 scheiterte SPD-Chefin Andrea Ypsilanti, die den Landtag nun verlässt, mit dem Versuch, eine rot-grüne Minderheitsregierung unter Tolerierung durch die Linke zu schmieden. Derzeit regiert eine schwarz-grüne Koalition unter Führung von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), was 2013 ein Novum für Hessen war.

Gute Laune am 15. Oktober im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin: Bundeskanzlerin und Vorsitzende der CDU, Angela Merkel, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier im Gespräch vor Beginn der Sitzung des CDU-Vorstands.

Umfragen: CDU und SPD schwächelten zuletzt in den Umfragen. Die CDU fiel in der politischen Stimmung teilweise unter 30 Prozent, behauptete sich damit aber noch vor der SPD. Stabil als drittstärkste Kraft tauchen die Grünen in Umfragen auf. Erstmals wird die AfD aller Voraussicht nach den Einzug in den hessischen Landtag schaffen - sie wäre damit in allen 16 Landesparlamenten vertreten. Auch Linke und FDP haben den Demoskopen zufolge gute Chancen, den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde zu schaffen.

Mögliche Koalitionen: Die Regierungsbildung dürfte schwierig werden - das schwarz-grüne Regierungsbündnis hat den Umfragen zufolge derzeit keine Mehrheit mehr. Eine große Koalition zwischen CDU und SPD in Hessen böte eine satte Regierungsmehrheit - dürfte aber angesichts der Turbulenzen zwischen Union und SPD auf Bundesebene nur schwer vermittelbar sein. Mit der AfD will niemand koalieren, bliebe also beispielsweise ein Dreierbündnis aus CDU, Grünen und FDP. Die FDP hat sich dafür schon offen gezeigt. Angesichts der jüngsten Umfragewerte erscheint zumindest rein rechnerisch auch ein rot-grün-rotes Bündnis nicht ausgeschlossen - allerdings müssten dafür politisch noch einige Hürden aus dem Weg geräumt werden.

(dpa/rt deutsch)

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