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Erdoğans Deutschlandbesuch: Keine große Rede vor Tausenden Deutschtürken

Erdoğans Deutschlandbesuch: Keine große Rede vor Tausenden Deutschtürken
Ein Anhänger des türkischen Präsidenten Erdoğan hält bei einem Auftritt des türkischen Premierministers Binali Yıldırım am 18. Februar 2017 in Oberhausen vor rund 10.000 Menschen eine Fahne hoch. Bei Erdoğans Besuch vom 27. bis 29. September soll es keinen großen Auftritt geben.
Während des Staatsbesuchs des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan in Deutschland wird es keinen großen öffentlichen Auftritt geben. Nur eine kurze Ansprache bei der offiziellen Eröffnung einer Moschee in Köln könnte vielleicht stattfinden.

In 2014 trat er in Köln vor 15.000 Menschen auf, 2015 kamen 14.000 Zuschauer in eine Halle in Karlsruhe, um den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan zu sehen und zu hören. Beim seinem anstehenden Deutschland-Besuch vom 27. bis 29. September verzichtet der türkische Staatschef nun auf einen Auftritt vor Tausenden Deutschtürken. 

"Eine große Rede in einer Halle ist nicht geplant", sagte der Sprecher der türkischen Botschaft in Berlin, Refik Soğukoğlu. Es sei allenfalls möglich, dass Erdoğan bei der Eröffnung einer Moschee der Türkisch-Islamischen Union DİTİB in Köln am 29. September eine kurze Ansprache halte.

Gebet in der Sehitlik-Moschee, das vom Türkisch-Islamischen Verband für religiöse Angelegenheiten (DITIB) in Berlin, Deutschland, am 3. Oktober 2017 geleitet wird.

Auch zu einer ursprünglich angedachten gemeinsamen Begegnung von Erdoğan und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit türkischstämmigen Bürgern wird es aller Wahrscheinlichkeit nach nicht kommen. Aus der Umgebung Steinmeiers hieß es, auf der Seite des Präsidialamts gebe es keine solchen Planungen. Die türkische Seite hatte sich eine solche gemeinsame Veranstaltung gewünscht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft sich zweimal mit dem Gast aus Ankara

Über eine Rede Erdoğans während des Deutschlandbesuchs wird seit Wochen spekuliert. Es gab Befürchtungen, ein solcher Auftritt könnte den eigentlichen Staatsbesuch in den Schatten stellen. Der Sprecher und Berater des Präsidenten İbrahim Kalın hatte noch vor zwei Wochen nach Gesprächen zur Vorbereitung der Visite in Berlin erklärt, dass man nach einem Veranstaltungsort dafür suche. Man wolle aber eine einvernehmliche Lösung mit der deutschen Seite finden.

Deutschland und die Türkei bemühen sich sei einigen Monaten um eine Normalisierung ihrer Beziehungen, die nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei vor zwei Jahren unter anderem wegen der Verhaftung deutscher Staatsbürger aus politischen Gründen einen Tiefpunkt erreicht hatten. Der Erdoğan-Besuch soll zu dieser Normalisierung beitragen.

Mehr als drei Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln leben in Deutschland

Mit Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich der türkische Staatschef gleich zweimal treffen: am 28. zu einem Arbeitsessen und am 29. zu einem weiteren Gespräch. Anschließend reist er nach Köln weiter, um im Stadtteil Ehrenfeld die neue Zentralmoschee der Türkisch-Islamischen Union DİTİB offiziell zu eröffnen. In Deutschland leben mehr als drei Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln.

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Politiker der Linken, der Grünen und der AfD kritisieren, dass Erdoğan in Berlin der rote Teppich ausgerollt werde. Die Bundesregierung verteidigt den Staatsbesuch dagegen.

Dass ein Besuch von Präsident Erdoğan öffentlich kritisch verfolgt wird und auch zu Protesten führt, ist Teil der demokratischen Realitäten in unserem Land", sagt Außenminister Heiko Maas.

"Die Konsequenz daraus kann aber nicht sein, dass Herr Erdoğan nicht mehr nach Deutschland kommen kann. Im Gegenteil: Es gibt sehr viele Dinge, die wir miteinander zu besprechen haben." Gegner des Besuchs wollen am 28. September im Zentrum Berlins demonstrieren. Es werden 10.000 Teilnehmer erwartet. Die unter anderem von der Kurdischen Gemeinde organisierte Demo wird aber nicht wie geplant am Brandenburger Tor stattfinden, sondern am nahe gelegenen Potsdamer Platz starten. 

(dpa/rt deutsch)

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