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Rodung des Hambacher Waldes nicht für Energieversorgung notwendig - DIW-Studie

Rodung des Hambacher Waldes nicht für Energieversorgung notwendig - DIW-Studie
Bauern protestieren am Dienstagmorgen vor dem Bundeswirtschaftsministerium gegen den Braunkohletagebau und für einen Kohleausstieg, während die Kohle-Kommission tagte. Gleichzeitig gehen im Hambacher-Forst die Räumungen durch schwer bewaffnete Polizisten voran.
Während der Tod eines Journalisten, ein millionenteurer Polizeieinsatz und hitzige Diskussionen um die Energiewende international Wellen schlagen, ergab eine Studie, dass die Rodung weder für die Energiesicherheit noch für Arbeitsplätze notwendig ist.

Mehr als 3.000 Polizisten, bewaffnet mit Räumpanzern und Wasserwerfern, standen zuletzt 50 Waldschützern gegenüber, welche verhindern wollten, dass der Energiekonzern RWE einen der letzten Mischwälder Mitteleuropas abholzt. Von mehr als 4.100 Hektar des etwa 12.000 Jahre alten Waldes verblieben nur noch 200 Hektar, die für den Braunkohletagebau gerodet werden sollen, also für ein Segment, das - unabhängig vom Ergebnis der Kohlekommission - keine wirkliche Zukunft haben wird.

Die Gewerkschaft der Polizei rechnet mit Kosten in zweistelliger Millionenhöhe für die Räumung der Baumhäuser. Bis zu 2.000 Polizeikräfte auch aus anderen Bundesländern sollen in dem Wald bei Köln im Einsatz sein. Der Einsatz allein einer Hundertschaft mit rund 130 Polizisten kostet demnach pro Tag rund 100.000 Euro.

Gegner der Rodung und Umweltschützer verweisen darauf, dass die Konsequenzen weit über konterkarierte Klimaziele hinausgehen, nämlich durch Insektensterben, Grundwasseranstieg und Verschlechterung der Wasserqualität und viele andere negative Folgen, welche dann vor allem kommende Generationen ausbaden müssten. Umweltschützer plädieren für ein Ende der Braunkohleverstromung bis 2030 und halten den von der Kommission vorgeschlagenen Weg nicht für sinnvoll.

Dem stehen auf der anderen Seite vor allem die Argumente für die Energieversorgung und für die Sicherung von Arbeitsplätzen entgegen.

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Studie: Arbeitsplätze durch Kohleausstieg nicht nur verloren

Inmitten der hitzigen Situation, die auch international Wellen schlug, meldete Claudia Kemfert, Energieexpertin des DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) mit Verweis auf eine Studie dieses bisher keineswegs als radikal bekannten Instituts, dass die Versorgungssicherheit bei Umsetzung der Energiewende nicht gefährdet sei und sogar wirtschaftliche Chancen im Kohleausstieg lägen.

Experten und Wissenschafter verschiedener Universitäten veröffentlichten die Ergebnisse der Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zum "Kohleausstieg in NRW im deutschen und europäischen Kontext – Energiewirtschaft, Klimaziele und wirtschaftliche Entwicklung."

Umweltaktivisten auf einem Baumhaus im

Demnach ist die Versorgungssicherheit im deutschen wie auch im europäischen Stromsystem trotz des weitgehenden Kohleausstiegs auch im Jahr 2030 gewährleistet. Die Nutzung des verbleibenden Teils des unter Naturschutzgesichtspunkten unersetzlichen Hambacher Waldstücks sei angesichts der Kohleausstiegspläne energiewirtschaftlich nicht mehr für die Versorgungssicherheit notwendig, eine Rodung weder zur Energieversorgung in Nordrhein-Westfalen (NRW) noch deutschlandweit nötig.

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Die Studie befasst sich auch mit der Frage nach den Arbeitsplätzen und findet heraus, dass die Rahmenbedingungen für den mit dem Kohleausstieg verbundenen Strukturwandel in NRW günstig sind. Zum einen sind bereits zwei Drittel der Beschäftigten älter als 46 Jahre und somit zum Zeitpunkt des Kohleausstiegs im Rentenalter. Für einen Großteil der verbleibenden Mitarbeiter gebe es Anschlussbeschäftigungen, so in der Tagebaurekultivierung und dem Kraftwerksrückbau oder aber eine weite Bandbreite an Möglichkeiten, eine der Berufsgruppe vergleichende Tätigkeit in anderen Wirtschaftsbereichen innerhalb der Region zu finden, darunter in den Bereichen Maschinen- und Fahrzeugtechnik, Mechatronik, Energie- und Elektroberufen sowie weiteren.

Zwar wurden Räumungsarbeiten nach dem Tod eines Journalisten am Mittwoch "bis auf weiteres" kurzfristig ausgesetzt, doch werden die Diskussionen zurecht weitergeführt.

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