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Bundeswehr bei der Computerspielmesse Gamescon: Kriegseinsatz - Alles nur ein Spiel

Bundeswehr bei der Computerspielmesse Gamescon: Kriegseinsatz - Alles nur ein Spiel
Symbolbild: Werbeaktion für das Computerspiel "Call of Duty: Black Ops III". Männer in Armeekleidung und mit falschen Waffen, Köln, Deutschland, 5. August 2015.
Die Bundeswehr nutzt die Computerspielmesse "Gamescon" in Köln, um Nachwuchs zu gewinnen. Auf Werbeplakaten stellt sie die Realität des Krieges mit der eines Computerspiels gleich. Damit, so die Bundeswehr, wolle sie zum Nachdenken anregen.

Je nach Alter erhalten die Besucher der Gamescon in Köln ab zwölf Jahren am Eingang verschiedenfarbige Altersbändchen. Hiermit versuchen die Aussteller und Organisationen, die Altersbeschränkungen (USK) für manche Spiele einzuhalten.

Die Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen im Bundeskanzleramt, Berlin, Deutschland, 2. August 2017.

Für alle jedoch sichtbar war schon im Kölner Stadtgebiet und auf der Gamescon die Werbung der Bundeswehr. Seit 2009 unterhält diese auf jeder Gamescon einen Stand. Ob die Werbung die gewollte Frage der Bundeswehr transferiert "Krieg spielen oder für den Frieden kämpfen?" und die Spieler wirklich zum Nachdenken anregt, ist fraglich. 

Am Donnerstag äußerte sich ein Sprecher der Bundeswehr:

So wie andere Arbeitgeber auch wollen wir dort mit IT-affinen jungen Menschen ins Gespräch kommen und ihnen die beruflichen Chancen bei der Bundeswehr nahebringen. (...) Mit der Plakatierung wollen wir junge Erwachsene im Umfeld der Gamescon zum Nachdenken bringen, wofür sie ihre Zeit bzw. Zukunft einsetzen. (...) damit (wird) ein ernstes Thema angesprochen.

Auf den Plakaten ist zu lesen "Multiplayer at its best!", "Mehr Open World geht nicht!"

Plakat gegen die Bundeswehr-Werbung auf der Gamescon: 

Auf der Digitalkonferenz "re:publica" wurde der Bundeswehr das Recht verwehrt, für ihre Zwecke zu werben. Der Mitgründer der Konferenz Markus Beckedahl sagte: 

Wir sehen es nicht ein, dass die Bundeswehr das Recht in Anspruch nimmt, auf einer privaten Veranstaltung in Uniformen werben zu dürfen. Wir leben ja nicht in einem Bananenstaat, sondern in Deutschland. 

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen sagte zu den Werbestrategien der Bundeswehr (2017): 

Die Wehrpflicht ist seit fünf Jahren passé. Das heißt, die Bundeswehr muss ganz anders und viel aktiver auf junge Männer und Frauen zugehen. 

Im letzten Jahr warb die Bundeswehr mit der Doku-Serie "Die Rekruten" und "Mali" um Nachwuchs. 

Mehr zum Thema - Neuer Rekord: 25 Prozent mehr Minderjährige bei der Bundeswehr trotz UN-Kinderrechtskonvention

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