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Leipzig: Galerie trennt sich von Maler Axel Krause, weil dieser bei Landtagswahl AfD wählen will

Leipzig: Galerie trennt sich von Maler Axel Krause, weil dieser bei Landtagswahl AfD wählen will
Der Maler Axel Krause und sein Bekenntnis zur AfD auf seiner Facebookseite
Eine Leipziger Galerie beendet die Zusammenarbeit mit einem Maler, der auf Facebook Sympathien für die AfD und Kritik an der deutschen Flüchtlingspolitik geäußert hatte. An dem Fall entzündet sich nun eine Debatte um Gesinnungsethik und die Freiheit der Kunst.

Die Leipziger Galerie Kleindienst hat sich nach vierzehnjähriger Zusammenarbeit von ihrem Maler Axel Krause getrennt. Der Künstler hatte auf Facebook seine Unterstützung für die AfD öffentlich gemacht und sich kritisch zur Flüchtlingspolitik geäußert, die er unter anderem als "illegale Masseneinwanderung" bezeichnete. Auch eine geplante Ausstellung anlässlich des 60. Geburtstag des Malers wurde von der Galerie gestrichen.

Christian Seyde, Eigentümer der Galerie, erklärte gegenüber dem MDR, dass die Galerie Krauses politische Ansichten weder teilen noch mittragen wolle. "Und das macht man im Prinzip, wenn man ihm eine Präsentierfläche gibt", so Seyde.

Björn Höcke, Thüringer AfD-Vorsitzender, will

Die Entscheidung der Galerie stieß auf ein kontroverses Echo. Marc Jongen, kulturpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, rief zu Solidarität mit Krause auf. "Möge er weiter unbeugsam bleiben gegenüber den Gesinnungstätern in der hypermoralistisch erkrankten Kunstszene!", so Jongen auf Twitter.

Wer ist hier der moralisch Gute?

Die Kunstzeitschrift Monopol nennt den Rauswurf Krauses dagegen einen "Lichtblick". Allzu oft blendeten Galeristen ethische Ansprüche aus. Dass sich die Galerie vom Maler getrennt habe, sei auch nicht als Eingriff in die Kunstfreiheit zu werten. Auch werkexterne Dokumente wie Facebook-Posts würden für den Betrachter in die Wahrnehmung von Malerei einfließen. Auch habe die Trennung einen ganz praktischen Grund gehabt: Die Galeristen hätten genug davon gehabt, immer wieder Fragen nach der politischen Überzeugung des Künstlers beantworten zu müssen.

Auf Krauses Facebook-Seite toben derweil heftige Debatten um den Rauswurf des Malers. Krause selbst entgegnet Jens Kassner, einem Leipziger Autor, der die Entscheidung der Galerie als Konsequenz aus "unüberbrückbaren Differenzen in der Weltanschauung" verteidigt: 

Würde Kassner das wohl auch so sehen, wenn die unüberbrückbare weltanschauliche Differenz zwischen einem konservativen Galeristen und einer jungen, farbigen Künstlerin mit feministischen Ambitionen bestünde? Vielleicht. Jedoch hätte er dann gewiss keine Kollegen und Freunde aus dem linken Spektrum an seiner Seite.

Grenzen der Kunstfreiheit

Der Kulturjournalist Hanno Rauterberg spricht in einem Interview mit dem MDR davon, dass sich an diesem Fall die Grenzen der Kunstfreiheit zeigten. Das Kulturmilieu als solches fühle sich eher links. Ethische Fragen würden in der Kunstszene immer wichtiger: 

Denken Sie an die Documenta im letzten Jahr, wo ganz klar war, dass bestimmte Künstler nicht deshalb eingeladen wurden, weil ihr Werk so bezwingend und so evident gut wäre, sondern weil sie als Menschen bestimmte Kriterien erfüllen... Ganz seltsame Verschiebungen oder Querfronten, die sich da plötzlich auftun und die am Ende dazu beitragen, die Freiheit der Kunst massiv einzuschränken.

Auch die Galerie selbst musste sich auf ihrer Facebookseite ob ihrer Entscheidung einige aufgebrachte oder gehässige Kommentare anhören. Ihr Vorgehen wurde unter anderem mit der Kulturpolitik vergangener totalitärer Systeme verglichen. So packte etwa ein Kommentator seine vermeintliche Empfehlung für das Kunsthaus in ein vergiftetes Lob, in dem es in traditioneller DDR-Diktion hieß:

Die Galerie Kleindienst untermauert auf vorbildliche Weise ihren gefestigten Klassenstandpunkt und geht auch ohne vorherige Parteiweisung aus eigenem Antrieb gegen Diversanten, Saboteure und Agenten des Klassenfeindes vor. Sie erweist sich dadurch als ausgesprochenes Aushängeschild sozialistischen Kulturschaffens und zeigt sich allzeit bereit, dem Klassenauftrag Genüge zu tun.

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