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Ernteausfälle und Notschlachtungen: Trockenheit belastet deutsche Bauern

Ernteausfälle und Notschlachtungen: Trockenheit belastet deutsche Bauern
Bauern in Not: Getreideernte bei Oberursel, Juli 2018
Die deutschen Bauern leiden unter der anhaltenden Trockenheit. Sie erwarten dramatische Ernteausfälle. Weil auch Futtermittel knapp werden, drohen offenbar Notschlachtungen. Verbandsvertreter rufen nach Staatshilfe. Ein Ende der Dürre ist nicht in Sicht.

Die deutschen Bauern leiden zunehmend unter der anhaltenden Trockenheit. Wie der Deutsche Bauernverband (DBV) am vergangenen Mittwoch in seiner ersten Erntemeldung erklärte, führt die Dürre in Teilen des Landes zu Ernteausfällen von existenzbedrohenden Ausmaßen.

Auch nach Meinung von Hans Helmut Schmitt, Agrarmeteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD), sind Einbußen bei der Ernte unausweichlich. Der FAZ  sagte Schmitt: "Ausgleichen können wird man das nicht mehr … Vieles ist jetzt schon entschieden." Bei spätreifen Kulturen wie Mais und Zuckerrüben gebe es noch Hoffnung, allerdings habe der Körnermais wegen der Hitze kaum Kolben angelegt.

Der Vorsitzende des Bauernverbandes, Joachim Rukwied, wies darauf hin, dass die schlechte Ernte nicht nur zu Ausfällen bei der Getreideernte, sondern auch zu Problemen bei der Futterbereitstellung führe. Viele Bauern gerieten unter Druck, weil sie Futter für ihre Tiere zukaufen müssten.

In Deutschland wird Getreide auf 6,25 Millionen Hektar angebaut.

Schon jetzt landen aufgrund der Futtermittelknappheit immer mehr Tiere im Schlachthaus, vor allem Milchkühe. Viron, der größte Rinderschlachtbetrieb Deutschlands, rechnet demnach aufgrund des Überangebots mit sinkenden Preisen für Verbraucher.

Auch in Brandenburg ist die Lage der Bauern dramatisch. Aufgrund der Trockenheit sind bereits Getreidefelder in Flammen aufgegangen. Reinhard Jung, Vorsitzender des Bauernbunds Brandenburg, erwartet, dass nicht alle Betriebe die Trockenheit überleben werden.

Dem Berliner Kurier sagte Jung, dass die Trockenheit in diesem Jahr alle Kulturen betreffe. Die Bauern seien jetzt dabei, das Getreide zu ernten, einen Monat früher als sonst: "Wir haben 30 bis 60 Prozent weniger Ertrag." Beim Mais und beim zweiten Grasaufwuchs rechne er mit noch weniger.

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Wie auch der DBV fordert Jung angesichts der Lage staatliche Hilfe: "Eigentlich rufen wir vom Bauernbund nicht nach staatlicher Wetterhilfe, weil es dem Image schadet, wenn Bauern wegen des Wetters klagen. Inzwischen verschließen wir uns dem nicht mehr."

Der schleswig-holsteinische Landwirtschaftsminister Robert Habeck sieht in der Krise der Bauern auch eine Folge ihres Wirtschaftsmodells: "Wir begreifen, dass die Tierhaltung in dieser sehr intensiven Form an ihre ökologischen Grenzen stößt", sagte er der Welt. Im Winter kann die Gülle nicht ausgebracht werden, im Sommer mangelt es an Futter. Wir müssen den Tierbestand reduzieren."

Auch Habeck rechnet mit erheblichen Ausfällen für die deutschen Bauern und spricht von "glühenden Landschaften". Landwirtschaft und Politik müssten sich schneller auf den Klimawandel einstellen.

Für diese Woche wird in Deutschland eine Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 35 Grad erwartet. Regen ist nach Aussagen von Meteorologen frühestens Ende Juli zu erwarten.

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