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Historischer Steuerzahlergedenktag 2018 - Einkommensbelastung so hoch wie nie zuvor

Historischer Steuerzahlergedenktag 2018 - Einkommensbelastung so hoch wie nie zuvor
Während es den Bürgern angesichts eines absehbaren stetigen Sinkens der staatlichen Leistungen beispielsweise in der Rente anzuraten wäre, privat vorzusorgen, scheint der Fiskus dafür wenig Spielraum zu lassen.
Der Steuerzahlergedenktag fiel 2018 auf den 18. Juli. Wie der Bund der Steuerzahler mitteilt, arbeiten Bürger und Betriebe seit diesem Tag um 04.40 Uhr in die eigene Tasche. Bis dahin floss das erarbeitete Einkommen in die Staatskasse - ein Belastungsrekord.

Nach Berechnungen des Steuerzahlerbundes (BdSt) haben deutsche Bürger und Betriebe in diesem Jahr zum wiederholten Mal mehr als sechs Monate für die Staatskasse gearbeitet. Erst seit dem gestrigen Mittwoch fließen die Einkünfte von Bürgern und Betrieben - rein rechnerisch - ins eigene Portemonnaie, wie der Verband am Dienstag in Berlin mitteilte. Neu ist allerdings das Ausmaß in diesem Jahr.

Nach Abzug aller Steuern und Sozialabgaben verbleiben von jedem Euro lediglich 45,7 Cent zur eigenen Verfügung, die sogenannte Einkommensbelastungsquote liegt demnach auf einem historischen Hoch von 54,3 Prozent.

Ein Jobcenter hat sogar über Jahre seine Statistik verfälscht.

Teilen ist sowohl mit sozialen als auch mit christlichen Ideen vereinbar. Dass der fleißige Deutsche also mehr als die Hälfte seines Einkommens, nämlich 54,3 Cent von jedem Euro, an den Fiskus zur Bewältigung gesellschaftlicher Aufgaben abdrückt, scheine also im Sinne der Regierungsparteien CDU, CSU und SPD zu sein, heißt es ironisch nicht nur in sozialen Medien.

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Etatismus gibt es nicht zum Nulltarif

Aber auch viele Bürger, die die neue Große Koalition nicht mittragen, wünschen sich, dass der Staat Kinderbetreuung und Schulen sowie Universitäten finanziert, für bezahlbaren Wohnraum sorgt, innere und äußere Sicherheit gewährleistet, Straßen, Gewässer und Brücke in Schuss hält, zeitgemäße Telekommunikation ermöglicht sowie Gesetze und Regelungen zugunsten der Bürger beschließt und durchsetzt. Der Anteil an Bürgern, die generell hinterfragen, ob dies alles überhaupt eine staatliche Aufgabe sein soll, ist sehr gering.

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Dennoch regt sich Empörung darüber, dass die Abgaben dermaßen hoch sind. Denn während die Deutschen im internationalen Vergleich durchschnittlich sehr hohe Bruttoverdienste erzielen, so moniert der Verband, rangieren sie mit ihrem Nettoeinkommen nur im Mittelfeld. Zudem scheinen die gesellschaftlichen Bemühungen des Staates von den Bürgern nicht überall auf ungeteilten Zuspruch zu stoßen.

Die FDP kommentierte die Mitteilung des Steuerzahlerbundes auf Twitter:

Kaum ein Staat im #OECD-Vergleich schröpft seine #Bürger so wie #Deutschland und dennoch bleiben Altersversorgungslücken, marode #Straßen und #Brücken, Sanierungsstau in #Schulen und eine ewig gestrige #Breitbandversorgung als Ergebnis.

Die mit Zahlen belegte Kritik am "schröpfenden Staat" kommt in diesem Fall zweifellos einem Plädoyer für einen schlanken Staat gleich. Doch die Kritik daran, dass hierzulande Gemeinschaftsaufgaben vom Staat nicht mehr zuverlässig durchgeführt werden, ist wohl parteiunabhängig.

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Denn mit Blick auf die oben genannten Bereiche, von der Pflege und Altersvorsorge über den Bildungs- und den Gesundheitssektor sowie die Infrastruktur bis hin zum Thema des Umgangs mit Arbeitslosen in Deutschland, gibt es in wohl allen Genannten eher bedenkliche Tendenzen.

Unmut über Abgabenhöhe als Ausdruck genereller Unzufriedenheit

Dazu kommen bereichsübergreifende Kritikpunkte wie mangelnde Transparenz bei internationalen Verhandlungen wie zuletzt rund um das JEFTA-Abkommen, vermeintliche oder tatsächliche Politik zum Schaden der Bürger und zugunsten von KonzernenNebenverdienste von Abgeordneten und damit einhergehender Lobbyismus zugunsten gefährlicher Aufrüstung oder auch potenziell gesundheitsschädliches Fehlverhalten wie in der Abgas-Affäre.

Die Empörung über die hohen Abgaben ist daher wohl nicht zwangsläufig mit einem Ruf nach einem schlanken Staat gleichzusetzen, wie Kritiker nun mahnen.

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Laut dem Bund der Steuerzahler sei die hohe Belastung auch auf heimliche Steuererhöhungen zurückzuführen. Der Verband plädiert daher für eine Entlastung der Mittelschicht durch eine Abflachung des Einkommenssteuertarifs, eine Abschaffung des Solidaritätszuschlags und steuerliche Vergünstigungen mit Blick auf das Wohnen.

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