Eurofighter bleibt Pannenjet: Nun sorgen die neuen Waffensysteme für Probleme

Eurofighter bleibt Pannenjet: Nun sorgen die neuen Waffensysteme für Probleme
Ein Eurofighter startet gerade vom Flugplatz: Die Luftwaffe präsentiert sich am Tag der Bundeswehr am 9. Juni auf dem Fliegerhorst Wunstorf.
Der "Eurofighter" sollte eigentlich ein Vorzeige-Kampfjet sein, entwickelt sich aber zunehmend zum Sorgenkind der Luftwaffe. Neulich sorgten Nachrichten um seine nicht vorhandene Einsatzbereitschaft für Aufsehen, nun geht es um neue Bomben für Ziele am Boden.

Eine neue Ära für den Eurofighter sollte eigentlich schon längst eingeläutet sein. Der milliardenteure Militärjet sollte neben dem Kampf Flugzeug gegen Flugzeug zukünftig auch zur Bekämpfung von Zielen am Boden in der Lage sein. Genauer gesagt: Der pannenreichste Kampfjet in der Geschichte der Luftwaffe sollte 13 Jahre nach seiner Einführung zugleich als Jäger und als Bomber eingesetzt werden können. Dafür hatten Auftragnehmer in den vergangenen Jahren auch neue Waffen entwickelt und teilweise bereits in die Maschine eingegliedert.

Eurofighter der Luftwaffe, wie hier im Bild, sorgten mit ihrem Tiefflug über Berlin für Aufregung und viele Fragen.

Der Eurofighter sollte damit in der gleichen Liga spielen wie das US-amerikanische Mehrzweckkampfflugzeug F-35 oder das russische Su-35. Doch daraus wird offenbar vorläufig nichts. Denn wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, wird der Kampfjet voraussichtlich auf Jahre hinaus nur mit erheblichen Einschränkungen fähig sein, diese zwei Rollen gleichzeitig auszufüllen. Das Problem seien offenbar die Sprengkörper.

Keine risikolose Kompatibilität der Sprengkörper

Die Bombe vom Typ "GBU-48" (Guided Bomb Unit 48), die mittels Laser oder GPS gesteuert wird, um Bodenziele präzise treffen zu können, und die Luft-Luft-Rakete "Meteor" seien laut Bericht aus Konstruktionsgründen nicht gemeinsam am Flugzeug einsetzbar. Durch eine solche Kombination entstünden laut Bericht unkalkulierbare Risiken für die Sicherheit des Eurofighters und seiner Besatzung. Offenbar könnte sich der Kampfjet sogar selbst abschießen.

Das Verteidigungsministerium bestätigte, dass es "Auffälligkeiten" gäbe. Zugleich wurde aber darauf verwiesen, dass es sich zunächst nur um Computersimulationen und noch nicht um abgeschlossene Untersuchungen handele. Es werde gemeinsam mit der Industrie nach einer Lösung gesucht, soll ein Sprecher gesagt haben. Der Eurofighter-Produzent Airbus teilte mit, er habe bereits vor der Integration der Systeme auf die Risiken hingewiesen.

Schön länger als Pannenjet in den Schlagzeilen

Bereits mehrmals in der jüngeren Geschichte hatte der Eurofighter für negative Schlagzeilen gesorgt. Zuletzt war die Rede von technischen Schwierigkeiten beim Selbstschutzsystem des Kampfjets, die seine Einsatzbereitschaft gefährden würden. So berichtete der Spiegel Anfang Mai, das Kühlsystem würde Probleme bereiten. An einem Behälter für Sensoren würde Kühlflüssigkeit austreten. Der Sensor an den Flügeln warnt die Piloten vor feindlichen Kampfjets und Angriffen. Das Ersatzteil zum Abdichten des Kühlkreislaufs sei aber laut Bericht nicht mehr vorrätig.    

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