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Kassenärzte fordern Gebühr von 50 Euro für Nutzung der Notaufnahmen

Kassenärzte fordern Gebühr von 50 Euro für Nutzung der Notaufnahmen
Echte Notfälle und solche, die keine sind: Unfallkrankenhaus Berlin
Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung hat eine Idee, wie sich die Überlastung der Notaufnahmen der Krankenhäuser reduzieren ließe: Patienten sollen eine Gebühr für deren Nutzung zahlen. Viele Unterstützer findet dieser Vorschlag nicht.

Die Notaufnahmen der deutschen Krankenhäuser sind chronisch überlastet. Stundenlange Wartezeiten sind an der Tagesordnung. Als eine Ursache dieser Überlastung gilt, dass Fachärzte Notfälle in ihren Praxen immer häufiger ablehnen und sie auf die Krankenhäuser verweisen. Ein weiterer Grund liegt darin, dass Patienten mit nicht akuten Probleme lieber die Notaufnahme aufsuchen als eine normale Arztpraxis.

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, ist nun mit einem Vorschlag zur Lösung dieses Problems an die Öffentlichkeit gegangen. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte er, dass Patienten, die nicht in die Notaufnahme gehören, finanziell belangt werden sollten:

Wenn sich bestimmte Patienten dem Angebot der niedergelassenen Ärzte dauerhaft entziehen und das System nach Gusto nutzen, wie es ihnen gerade einfällt, muss das finanzielle Sanktionen nach sich ziehen."

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen konkretisierte diese Forderung: "Ich kann mir 50 Euro pro Patient vorstellen", sagte Mark Barjenbruch in einem Interview mit der Hannoverschen Allgemeinen.

Nach Ansicht Gassens gehört ein Großteil der Patienten der Notaufnahmen eigentlich in die Arztpraxen und sollte dazu bewegt werden, diese aufzusuchen: "Ziel muss sein, dass wir nur noch diejenigen in den Notaufnahmen haben, die später auch stationär behandelt werden müssen." Alle anderen sollten ambulant versorgt werden. Dafür brauche man eine bundesweite Lösung.

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Der Vorschlag der Kassenärzte wurde überwiegend kritisch aufgenommen. Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, sagte der dpa, dass die Kassenärzte versuchten, von ihrem eigenen Versagen abzulenken. Tatsächlich würden Hausbesuche immer mehr runtergefahren und Öffnungszeiten der Praxen eigenmächtig gekürzt, während das Milliarden-Budget dafür von Jahr zu Jahr steige. "Konsequent wäre es, die Kassenärztlichen Vereinigungen für die Patienten in den Notaufnahmen zahlen zu lassen", so Brysch.

Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) distanzierten sich von Gassens Vorschlag und sprachen am Sonntagabend von einer "merkwürdigen Idee". "Erst kümmern sich die Kassenärztlichen Vereinigungen jahrelang nicht ordentlich um den Bereitschaftsdienst in der Nacht, an den Abenden und den Wochenenden, und jetzt, wo die kranken Menschen die Kliniken aufsuchen, will der Chef der Kassenärzte sie dafür mit Zusatzkosten bestrafen", sagte ein Sprecher. Die Versorgung müsse dort organisiert werden, wo die Menschen sie bräuchten.

(dpa/rt deutsch)

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