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Die dem NSU zur Last gelegten Verbrechen - Chronik einer Mordserie

Die dem NSU zur Last gelegten Verbrechen - Chronik einer Mordserie
Die mutmaßlichen Mitglieder des NSU: Uwe Mundlos, Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt
Zwischen 1999 und 2011 soll der NSU eine Vielzahl unterschiedlicher Verbrechen verübt haben: Morde, Bombenanschläge und Überfälle. Wir haben eine Aufstellung jener Verbrechen erstellt, die die Bundesanwaltschaft in ihrer Anklage dem NSU zur Last legt.

23. Juni 1999: Rohrbombe in Nürnberg

Eine zur Rohrbombe umgebaute Taschenlampe explodiert in der Gastwirtschaft eines türkischstämmigen Betreibers in Nürnberg. Es gibt einen Leichtverletzten. Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass Böhnhardt und Mundlos die Täter sind und stützt sich dabei auf Aussagen von Carsten S.

19. Januar 2001: Bombe in Köln

In einem Lebensmittelgeschäft in Köln explodiert eine Bombe, die vorher ein Mann unter den Waren abgelegt hatte. Die Tochter des Ladeninhabers wird schwer verletzt. Die Bundesanwaltschaft hält die Täterschaft des NSU aufgrund der Aussagen Zschäpes, der Aussagen in den Bekennervideos sowie der von der Gruppe gesammelten Zeitungsausschnitte für erwiesen.

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9. September 2000 bis 6. April 2006: Ceska-Mordserie

Neun Kleinunternehmer mit Migrationshintergrund werden in deutschen Großstädten erschossen. Acht stammen aus der Türkei, einer aus Griechenland. Die Polizei ermittelt zunächst vorwiegend im Umfeld der Opfer, die Sonderkommission Bosporus ermittelt von Juli 2005 bis Januar 2008, bleibt aber erfolglos. In den Medien erscheinen diese Fälle als "Döner-Morde".

Die Tatwaffe, eine Ceska CZ 83, wird im November 2011 in den Trümmern der Zwickauer NSU-Wohnung gefunden, Fotos der Opfer erscheinen auf dem Bekennervideo des NSU. Am 11. November übernimmt die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen. In ihrer Anklageschrift vom November 2012 betont die Bundesanwaltschaft, dass der NSU die politischen Morde gezielt als serienmäßige Hinrichtungen erscheinen lassen wollte. Böhnhardt und Mundlos werden als ausführende Täter benannt, Zschäpe als Mitwisserin und Mitplanerin.

Die Opfer sind:

- Enver Şimcek, Blumenhändler, ermordet am 9. September 2000 in Nürnberg

- Abdurrahim Özüdoğru, Änderungsschneider, ermordet am 13. Juni 2001 in Nürnberg

- Süleyman Taşköprü, Gemüsehändler, ermordet am 27. Juni in Hamburg

- Habil Kiliç, Gemüsehändler, ermordet am 29. August in München

- Mehmet Turgut, Imbissverkäufer, ermordet am 25. Februar 2004 in Rostock

- Ismail Yaşar, Imbissinhaber, ermordet am 9. Juni 2005 in Nürnberg

- Theodoros Boulgarides, Inhaber eines Schlüsseldienstes, ermordet am 15. Juni 2005 in München

- Mehmet Kubaşik, Kioskinhaber, ermordet am 4. April 2006 in Dortmund

- Halit Yozgat, Inhaber eines Internetcafés, ermordet am 6. April 2006 in Kassel. Bei dieser Tat war ein Mitarbeiter des hessischen Verfassungsschutzes anwesend, Andreas Temme.

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9. Juni 2004: Nagelbomben-Attentat in Köln

In der Kölner Keupstraße explodiert eine Nagelbombe. 22 Personen werden verletzt, einige lebensgefährlich. Mehrere Geschäfte und Fahrzeuge werden beschädigt. Die Ermittler schließen einen terroristischen Hintergrund zunächst aus. Eines der Videos von 2011 enthält hingegen ein Bekenntnis zu dieser Tat.

25. April 2007: Polizistenmord von Heilbronn

Die Polizistin Michèle Kiesewetter wird während ihrer Mittagspause in ihrem Dienstfahrzeug auf der Heilbronner Theresienwiese erschossen, ihr Kollege erleidet ein Kopfschuss, überlebt aber schwer verletzt. Die Heilbronner Polizei und später das LKA Baden-Württemberg ermitteln ergebnislos. Erst der Fund der Dienstwaffen der Polizisten 2011 im Wohnmobil von Mundlos und Böhnhardt und der einer Hose mit Blutspritzern Kiesewetters in der Zwickauer Wohnung weisen auf den NSU als Täter hin. Auch im Bekennervideo wird auf diesen Mord Bezug genommen. Die Bundesanwaltschaft rechnet die Tat nur Mundlos und Böhnhardt zu und hält die beiden Polizisten für Zufallsopfer.

Februar 1998 bis November 2011: Raubüberfälle in Ostdeutschland

15 Post- und Sparkassenfilialen in Ostdeutschland werden überfallen. Die Vorgehensweise ist in allen Fällen brutal. Beim ersten Überfall schießen die Täter auf einen 16-Jährigen, ohne diesen zu treffen. Beim elften Überfall wird ein Azubi durch einen Bauchschuss lebensgefährlich verletzt. Beide Taten wertet die Bundesanwaltschaft als versuchten Mord. Sie hält die gemeinsame Täterschaft von Mundlos und Böhnhardt in den meisten Fällen für erwiesen, einen Überfall sollen sie mit einer weiteren Person, einen soll Böhnhardt allein ausgeführt haben.

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