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Anschlag Breitscheidplatz: BKA fragte schon ein Jahr vorher in Italien nach Anis Amri

Anschlag Breitscheidplatz: BKA fragte schon ein Jahr vorher in Italien nach Anis Amri
Bei dem Anschlag mit einem Lastwagen auf dem Breitscheidplatz am 19. Dezember 2016 kamen zwölf Menschen ums Leben.
Was wussten die deutschen Sicherheitsbehörden im Jahr 2015 über Kontakte des späteren Weihnachtsmarkt-Attentäters Anis Amri zu gefährlichen Islamisten im Ausland? Offenbar genug, um in Italien mal nachzufragen, wie sich jetzt herausstellte.

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat die Behörden in Italien bereits ein Jahr vor dem Terroranschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt nach dem späteren Attentäter Anis Amri befragt. Das sagte eine Verbindungsbeamtin des BKA in Rom, die sich im Dezember 2015 um die Anfrage zu dem Tunesier gekümmert hatte, am Donnerstagabend im Bundestags-Untersuchungsausschuss zu dem Anschlag.

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Wie Mitglieder des Ausschusses weiter berichteten, war bislang unbekannt, dass Amri damals als Kontaktperson in einem sogenannten Gefahrenabwehr-Vorgang mit dem Namen "Lacrima" aufgetaucht war, der sich gegen Denis Cuspert und andere mutmaßliche deutsche Mitglieder der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) richtete.

Laut einer Unterrichtung der Bundesregierung von 2017 ging es bei "Lacrima" um eine "mögliche Einbindung einer individuellen Person in Anschlagspläne des IS".

In zwei anderen Ermittlungsverfahren des BKA und des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamtes hatte 2015 eine Person mit dem Namen "Anis" eine Rolle gespielt, allerdings ohne dass damals klar war, ob es sich um ein und dieselbe Person handelt.

"Wir wissen nun, dass sich Amri nicht nur im Umfeld des IS-Chefs in Deutschland, Abu Walaa, bewegt hat, sondern auch Bezüge zu anderen namhaften Islamisten hatte", sagte der FDP-Obmann im Untersuchungsausschuss, Benjamin Strasser, am Freitag. Die Zeugenbefragung habe deutlich gemacht, "dass es im Fall Anis Amri noch zahlreiche Sachverhalte gibt, die - trotz aller bisherigen Untersuchungen - nicht öffentlich geworden" seien.

Die Grünen-Obfrau Irene Mihalic sagte, die Vernehmung der Beamtin habe gezeigt, dass die bisherige Erzählung der Bundesregierung, die Bundesbehörden seien am Versagen im Fall Amri nicht beteiligt gewesen, nicht mehr bestehen kann. Ganz offensichtlich habe es schon 2015 eine direkte Verbindung des späteren Attentäters vom Berliner Breitscheidplatz zu salafistisch-terroristischen Gruppierungen in und außerhalb Deutschlands gegeben, sagte Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz.

Bei dem Anschlag mit einem Lastwagen auf dem Breitscheidplatz am 19. Dezember 2016 waren zwölf Menschen getötet und viele verletzt worden. Es war der bislang schwerste islamistische Anschlag in Deutschland. In Italien hatte Amri unter anderem wegen Diebstahls und Gewaltdelikten im Gefängnis gesessen.

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(rt deutsch/dpa)

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