Statistik für 2017: Deutsche Polizisten erschossen 14 Menschen bei Einsätzen

Statistik für 2017: Deutsche Polizisten erschossen 14 Menschen bei Einsätzen
(Symbolbild). Die Zahlen für 2017 liegen erneut etwas höher als in den Jahren zuvor.
Polizisten in Deutschland haben im vergangenen Jahr bei Einsätzen 14 Menschen erschossen. Wie aus einer Erhebung der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster hervorgeht, wurden zudem 39 Menschen verletzt. Die Zahlen lagen 2017 erneut etwas höher als in den Jahren zuvor.

Im Jahr 2016 starben bei Polizeieinsätzen 11 Menschen durch Schusswaffeneinsatz, 28 wurden verletzt. Im Jahr davor waren es 10 Tote und 22 Verletzte. Im Jahr 2014 waren es 7 Tote und 30 Verletzte, im Jahr 2013 8 Tote und 20 Verletzte, wie aus Statistiken hervorgeht.

Angesichts von rund 300.000 Beschäftigten bei der Polizei im Bund und in den Ländern bewegt sich der Schusswaffengebrauch in Deutschland auf eher niedrigem Niveau.

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Laut einer Statistik, über die auch die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichteten, schossen Polizisten im vergangenen Jahr insgesamt 75 Mal auf Menschen - rechnerisch gesehen also alle fünf Tage einmal. Dabei gingen laut der Polizeihochschule 13 der 14 Todesfälle auf Notwehr oder Nothilfe zurück. Letzteres bezeichnet Fälle, bei denen Polizisten anderen Menschen in Lebensgefahr helfen oder Gefahr für ihr eigenes Leben abwenden mussten. In einem Fall sei Fluchtvereitelung der Grund gewesen.

In den allermeisten Fällen schossen Beamte, um gefährliche, kranke oder verletzte Tiere zu töten. Die Polizeihochschule in Münster zählte im vergangenen Jahr 13.400 Fälle dieser Art. Im Jahr 2016 waren es 12.656.

RT Deutsch hatte schon 2017 über das Thema "Schusswaffengebrauch der Polizei" berichtet. In dem Beitrag wies der Kriminologe Prof. Thomas Feltes von der Ruhr-Universität Bochum darauf hin, dass in den meisten Fällen von tödlichem Schusswaffengebrauch Menschen mit psychischen Erkrankungen die Opfer sind.

Feltes erklärte zudem, dass viele Beamte nicht im Erkennen von psychisch gestörten Personen geschult seien – und noch weniger in der Frage, wie man mit ihnen umgehen sollte. Zwar habe Deutschland "eine sehr gut ausgebildete Polizei", und die allermeisten Alltagssituationen würden sehr professionell gelöst. Dennoch werde das in der Ausbildung vermittelte Wissen nicht regelmäßig aktualisiert. Dies sei aber gerade bei psychischen Erkrankungen unbedingt notwendig, um unnötige Todesopfer zu vermeiden.

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(rt deutsch/dpa)

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