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Teilnahme muslimischer Mädchen fördern: Familienministerin Giffey für Burkinis im Schwimmunterricht

Teilnahme muslimischer Mädchen fördern: Familienministerin Giffey für Burkinis im Schwimmunterricht
Salwa Elrashid, eine 23-jährige Studentin aus Sydney, posiert in einer Boutique in Chester Hill im Westen Sydneys. Die Ladenbesitzerin Aheda Zanetti hatte den Burkini 2004 erfunden.
Der Bericht über eine Schule, die Leih-Burkinis angeschafft hatte, um die Teilnahme muslimischer Mädchen am Schwimmunterricht sicherzustellen, sorgte für Kritik. Nun sprach sich Familienministerin Giffey dafür aus. Schwimmen lernen sei das Wichtigste.

20 gekaufte Burkinis für streng-gläubige muslimische Mädchen in einer Schule in Nordrhein-Westfallen (NRW) sorgen für Diskussionen. Seit Wochen wird darüber debattiert, ob dieser Schritt integrationsfördernd sei oder eher eine Unterstützung des "frauendiskriminierenden Rollenverständnisses" darstellt. Nun äußerte sich die Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) zu diesem Thema.

Das Wichtigste ist ja das Wohl der Kinder und das heißt nun mal, dass alle Schwimmen lernen", sagte sie am Sonntag auf einer Veranstaltung der Zeitschrift Zeit.

Es sei deshalb völlig vertretbar, wenn Schulen die Teilnahme am Schwimmunterricht förderten, indem sie die Kleidungsstücke, die bis auf Gesicht, Hände und Füße alle Körperteile bedecken, erlauben und ausgeben. Wichtig sei nur, dass der Bildungsauftrag im Vordergrund stehe und die Sache "nicht hochstilisiert wird zum Untergang des Abendlandes".

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Keine Ausreden mehr für die Teilnahme am Schwimmunterricht 

Anfang Juni wurde durch einen Medienbericht bekannt, dass das Pestalozzi-Gymnasium im nordrhein-westfälischen Herne 20 solcher Burkinis für den Schwimmunterricht angeschafft hatte. Die Ganzkörper-Badeanzüge, die durch Spenden gekauft wurden, können sich die Mädchen nun ausleihen. Die Bildungseinrichtung reagierte mit diesem Schritt darauf, dass muslimische Mädchen aus religiösen Gründen nicht am Schwimmunterricht teilnehmen wollten.

Damit hat keiner mehr eine Ausrede, nicht am Unterricht teilzunehmen", sagte Schulleiter Volker Gößling (55) gegenüber der WAZ. 

Von der NRW-Landesregierung gab es für die Entscheidung des Gymnasiums scharfe Kritik. "Während in Saudi-Arabien Frauen für ein bisschen Freiheit ihr Leben riskieren, sollten wir nicht in Deutschland auf Burkinis für Mädchen setzen", sagte Integrations-Staatssekretärin Serap Güler (CDU) gegenüber der WAZ. Sei halte dies "für das absolut falsche Signal" und für völlig "falsch verstandene Toleranz". 

Es ist fatal vor allem aus emanzipatorischer Sicht", ergänzte Güler gegenüber der Zeitung.

Von der CDU-Bundesvorsitzenden Julia Klöckner kam ebenfalls scharfe Kritik für diesen Schritt. Die Schule zementiere damit "ein frauendiskriminierendes Rollenverständnis an einem Ort, an dem Kinder und Jugendliche gerade das Gegenteil lernen und sich frei entfalten sollten". Hinter der Vorstellung, dass Mädchen ihren Körper bedecken sollten, stecke "ein voraufklärerisches, patriarchalisches Verständnis von der Rolle der Frau", sagte Klöckner gegenüber WAZ.

Positive Reaktion kam vom Integrationsratsvorsitzenden der Stadt Herne, Muzaffer Oruc. Er begrüßte das Vorgehen des Gymnasiums. "Wenn junge Frauen aus Glaubensgründen nicht mit Männern schwimmen wollen, muss man das akzeptieren." Die Anschaffung halte er deshalb für sinnvoll.

Wenn die Schüler fern bleiben, ist das auch keine Integration."

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