Bundesregierung zum Fall Skripal: Moskau ist schuldig, auch wenn es keine Beweise gibt

Bundesregierung zum Fall Skripal: Moskau ist schuldig, auch wenn es keine Beweise gibt
Die Bundesregierung musste am Freitag erneut Stellung zum Fall Skripal beziehen. Obwohl britische Ermittler mittlerweile einräumen mussten, keinerlei Beweise für Russlands Schuld gefunden zu haben, bleibt Berlin bei seiner Haltung: Der Russe war's!

Trotz aller neuen gegenteiligen Erkenntnisse hält die Bundesregierung die von London gegen Moskau erhobenen Schuldvorwürfe nach wie vor für "plausibel", obwohl die Briten ihren Partnern bis heute diesbezüglich keinerlei Beweise vorgelegt haben sollen.

In Schutzanzügen untersuchen Ermittler das Grab von Sergej Skripals Ehefrau Ljudmila auf dem Friedhof in Salisbury.

Laut dem ARD-Geheimdienstexperten Michael Götschenberg hat die Bundesregierung am Mittwoch das für die Kontrolle der Geheimdienste zuständige Parlamentarische Kontrollgremium des Bundestages (PKGr) darüber informiert, dass sie bis heute keinerlei Beweise von London für die Darstellung bekommen hat, dass Russland für den Giftanschlag verantwortlich ist.

Man hat lediglich die Erkenntnis, dass es sich bei dem eingesetzten Gift um das Nervengift Nowitschok handelt, das seinerzeit mal in der Sowjetunion hergestellt worden war. Aber man kann noch nicht mal beweisen, dass dieses Gift, das eingesetzt wurde, tatsächlich auch aus Russland gekommen ist", so Götschenberg.

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Doch auf Nachfrage zu diesem Sachverhalt bei der Bundespressekonferenz am Freitag bemühten die Sprecher der Bundesregierung dieselben Gemeinplätze, die sie bereits seit fast drei Monaten öffentlich zum Besten geben:

Wir teilen die Einschätzung des Vereinigten Königreichs, dass es keine andere plausible Erklärung gibt. Diese Haltung ist weiterhin die Haltung der Bundesregierung.

Auffällig bei der Bundespressekonferenz war auch das allgemeine Desinteresse der Pressevertreter am Agieren der Bundesregierung in der Skripal-Affäre. Außer RT Deutsch und dem Podcaster Thilo Jung stellte keiner der anwesenden Journalisten Fragen zu diesem Thema.

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