Deutschland

Berlin erstickt in Problemen: Lokale SPD konzentriert sich aber lieber auf feministische Pornos

Berlin kämpft mit vielen Problemen - bezahlbare Mietwohnungen oder fehlende Kita-Plätze sind vielleicht am ausgeprägtesten. Die Berliner SPD sieht offenbar an einer anderen Front viel dringenderen Handlungsbedarf - bei den Pornos. An die muss man jetzt ran.
Berlin erstickt in Problemen: Lokale SPD konzentriert sich aber lieber auf feministische PornosQuelle: Reuters

Rund 3.000 Kita-Plätze fehlen derzeit in Berlin. Eltern müssen gleich nach der Geburt ihres Kindes mit der Suche nach einer Betreuungseinrichtung starten. Und auch dann ist fraglich, ob sie für die Zeit nach den zwölf Monaten "Baby-Urlaub" einen Platz finden. Erst jüngst gingen wütende und verzweifelte Eltern sowie Erzieher auf die Berliner Straßen, um die Stadtregierung auf die Not aufmerksam zu machen.

Bezahlbarer Wohnraum ist ein weiteres brennendes Problem der Hauptstadt. In den letzten Jahren sind die Mieten durch die Decke gegangen. Während 2011 für eine 100 Quadratmeter Meter große Wohnung durchschnittlich 6,69 Euro kalt pro Quadratmeter verlangt wurden, waren es 2017 schon 11,39 Euro kalt. Bei den "angesagten" Berliner Ortsteilen wie Friedrichshain oder Kreuzberg beginnt der Quadratmeter-Mietpreis bei 15 Euro kalt. Auch der Lehrermangel an den Grundschulen in der Hauptstadt ist dramatisch. Bereits 2018 betrug der Anteil von Quereinsteigern an den Neueinstellungen in einigen Bezirken mehr als 50 Prozent. 

Wohnungen, Schulen oder Kitas - nein, mit den Pornos muss sich die SPD auseinandersetzen

In all diesen Bereichen sind Lösungen dringend gefordert. Die Berliner SPD, die mit den Grünen und der Linkspartei in der Hauptstadt die Landesregierung bildet, sieht dies offenbar ein bisschen anders. Statt die explodierenden Mieten mit konkreten Schritten vordringlich zu bekämpfen, beschäftigten sich die Sozialdemokraten beim Landesparteitag am vergangenen Samstag mit Pornos. Sie sollen nämlich dringend feministischer werden. Und dazu sollen die neuen Sexfilmchen eine Art Bildungscharakter haben und staatlich gefördert werden.

Vorbild für dieses Unterfangen sind die sogenannten "Dirty Diaries", eine 2009 in Schweden erschienene feministische Pornosammlung mit 13 Kurzfilmen, die mit 50.000 Euro vom staatlichen Filminstitut gefördert wurden.

Laut der SPD sollten die Werke dann in Deutschland als Sexualbildung über die Landes- und Bundeszentrale für politische Bildung, als geförderte Filme oder über die Online-Mediathek der öffentlich-rechtlichen Sender, mit amtlich überprüfter Altersfreigabe, angeboten werden.

Warum nun in diesem Bereich dringender Handlungsbedarf besteht, wurde auch detailliert in dem Jusos-Antrag formuliert: "Mainstream-Pornos zeigen in der Regel sexistische und rassistische Stereotype, in denen Konsens kein Thema ist und die einen bestimmten, "optimalen" Körpertypen zum Standard erheben."

Darstellungsformen in Mainstream-Pornos sind das Problem

In diesen Filmen wirke Sex eher wie eine Performance oder Leistungssport: Alles funktioniere scheinbar auf Anhieb, es gebe ja keine Kommunikation zwischen den Darstellern, kein Ausprobieren, Scheitern und Neu-Ausprobieren. Diese Darstellungsformen in Mainstream-Pornos könnten Konsumenten in ihrer Sexualität und im Menschenbild nachhaltig beeinflussen.

Die Sozialdemokraten in Berlin mit ihrem Parteichef Michael Müller liegen laut aktueller Forsa-Umfrage bei 18 Prozent, also so schlecht wie niemals zuvor. Bei der Abgeordnetenhaus-Wahl 2016 kamen sie noch auf 21,6 Prozent. Ob das Thema feministische Pornos jene Berliner, die gerade auf der Suche nach einer bezahlbaren Wohnung in der Hauptstadt sind, dazu veranlasst, bei der nächsten Wahl das Kreuz bei der SPD zu machen, ist fraglich. 

Einige Reaktionen in den sozialen Medien deuten eher nicht darauf, dass man die Begeisterung der Sozialdemokraten für dieses Thema derzeit teilt.

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