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Alles gegen die Russen: Bundeswehr plante Chemiewaffenangriff

Alles gegen die Russen: Bundeswehr plante Chemiewaffenangriff
Bisher geheimen Dokumenten der Bundeswehr und US-Regierung zufolge plante Bonn in den 1960er-Jahren, Massenvernichtungswaffen einzusetzen. Zuvor hatte die Bundesregierung dies stets dementiert.

Einem Bericht des NDR, des WDR und der Süddeutschen Zeitung zufolge setzte sich Westdeutschland im Jahr 1961 auf geheimen NATO-Tagungen für die Bewaffnung weiterer Armeen des Militärbündnisses mit Chemiewaffen ein. Man könne auf solche Mittel nicht verzichten, erklärte der damalige Generalinspekteur der Bundeswehr Friedrich Foertsch.

Foertsch nahm am Angriffskrieg der Wehrmacht gegen die Sowjetunion als führender Offizier teil und wurde im Jahr 1950 als Kriegsverbrecher zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Im Jahr 1955 konnte der erste Bundeskanzler Konrad Adenauer seine Freilassung bewirken.

Adolf Hitler mit dem späteren Generalinspekteur des Bundeswehr, Adolf Heusinger (1.v.l.), im Jahr 1942.

Offiziell befürchtete die Bundesregierung bei einem Kriegsfall mit dem Warschauer Pakt, dass die Sowjetunion chemische Waffen einsetzen würde.

Im Jahr 1963 beantragte die Bundesregierung beim US-Verbündeten sogar die Übergabe von 14.000 Tonnen Chemiewaffen. Während das US-Verteidigungsministerium den Plan befürwortete, kündigte das Außenministerium dagegen Bedenken an. Anschließend wurde das deutsche Ersuchen mehrere Jahre lang von US-Verantwortlichen diskutiert und abgewogen. Im Jahr 1966 lehnte Washington eine chemische Aufrüstung der BRD dann ab. Allerdings schlossen die USA nicht aus, bei einem Konflikt mit der Sowjetunion Verbündete mit chemischen Waffen zu beliefern.

Die Führung der Bundeswehr selbst erstellte von 1962 bis mindestens 1968 detaillierte Kontingenzpläne für chemische Angriffe gegen die Kampfverbände der sozialistischen Staaten. Die Bundesregierung war in diesen Prozess durch das Verteidigungsministerium involviert. In den Plänen nahm die BRD in Kauf, dass mit großer Wahrscheinlichkeit auch deutsche Zivilisten bei Chemiewaffenangriffen sterben würden.

Eigentlich hatte sich die Bundesregierung völkerrechtlich dazu verpflichtet, chemische Waffen weder herzustellen noch einzusetzen. Als einige in die DDR geflüchtete westdeutsche Wissenschaftler das BRD-Chemiewaffenprogramm enthüllten, fingen auch Journalisten in der Bundesrepublik an, die Angelegenheit zu recherchieren. Allerdings dementierte das Bundesverteidigungsministerium stets, sich Chemiewaffen beschaffen oder gar diese einzusetzen zu wollen.

Gegenüber NDR, WDR und der Süddeutschen Zeitung erklärte jetzt das Verteidigungsministerium, dass es über keine Informationen über die damaligen Pläne verfüge. Heute gebe es in Deutschland keine Chemiewaffen, weder von der Bundeswehr noch von anderen NATO-Staaten.

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