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Hamburg will Deutschlandhaus abreißen - Denkmalschutz hält Gebäude für nicht würdig genug

Hamburg will Deutschlandhaus abreißen - Denkmalschutz hält Gebäude für nicht würdig genug
Archivbild: Das Deutschlandhaus Anfang der 1930er Jahren in Hamburg
Das Deutschlandhaus entstand in den 1920er Jahren als Bürohaus mit dem damals größten Kino Europas, einem Kaufhaus und Automatenrestaurants. Das Gebäude soll abgerissen werden und "Marktanforderungen" weichen. Der Denkmalschutz fühlt sich nicht zuständig.

Hamburg verfügt gerade mal über 10 Prozent an Gebäudesubstanz, die älter als hundert Jahre ist. Jetzt geht es um den Erhalt des Deutschlandhauses am Gäsnsemarkt. Entworfen wurde das achtstöckige Deutschlandhaus an der Straßenecke Dammtorstrasse und Valentinskamp 1928/29 von den Architekten Fritz Block und Ernst Hochfeld. Damals konnte das Gebäude ein Kino mit 2.700 Sitzplätzen sein Eigen nennen. 

Wilhelmstrasse Berlin, 25. Juli 2012.

Es gilt in seiner Bauweise als einmalig, da es nach der Methode des Stahlskelettbaus errichtet wurde. Dabei wird die Backsteinfassde mithilfe "durchlaufender Fensterbänder gegliedert". Nach dem Ende des Krieges wurde das Gebäude von den Briten in "Hamburg Haus" umbenannt und die Spuren des Brands von 1944 beseitigt. Das britische Militär brachte hier ihr Personal bis zum Jahr 1952 unter, bot aber auch Unterhaltung mit Tanzsälen und Kasino an. Das Hamburger Haus wurde nach Auszug der Briten wieder zum Deutschlandhaus. 

Im Deutschlandhaus sitzt derzeit die Commerzbank. Eigentümer des Deutschlandhauses ist seit 2014 die ABG Immobilen-Management aus Frankfurt. Und diese hat nach drei Jahren Besitztum 2017 entschieden, dass das Relikt aus den 20er Jahren einem neuen Gebäude zu weichen hat, welches den Marktanforderungen besser entsprechen soll. Gestalten wird das neue Gebäude Star-Architekt Hadi Teherani. Ihm wird nachgesagt er baue die Denkmäler Hamburgs von Morgen. Schon heute prägt er das moderne Hamburg mit seinen Bauwerken.

Am 27. April diskutiert der Stadtentwicklungsausschuss der Bürgerschaft über die Zukunft des Deutschlandhauses. 

In den sozialen Medien ziehen Einwohner Hamburgs Vergleiche zur Speicherstadt. Auch die hätte die Stadt ruiniert. Zur Rettung des Deutschlandhauses wurde eine Initiative gegründet. Die Begründer der Initiative setzen sich seit Jahren für den Erhalt von geschichtsträchtigen Gebäuden in Hamburg ein. 

Protest gab es auch vom Denkmalrat nach Sichtung des architektonischen Entwurfs aus den Händen des Meisters Teherani. Aber das Amt für Denkmalschutz erklärte sich für nicht zuständig. Das Haus sei nicht würdig, da zu wenig alte Substanz bestünde. Was im Krieg zerstört wurde, schaffte der Architekt Heinz Schudnagies in den 70er Jahren neu und ein erhaltener Trakt wurde umgebaut.

An der vorgenommenen Modernisierung übten Denkmalschützer Kritik, da viel der originären Bausubstanz vernichtet wurde. Eine letzte Renovierung fand 2006 statt. Alle Umbauten und Renovierungen wurden in Abstimmung mit dem Amt für Denkmalschutz getroffen. Aber für die Denkmalschutzbehörde ist das Gebäude bisher nicht alt genug. 

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