"Mein Großvater, der Massenmörder?" - Vermeintlicher Enkel Hitlers gibt Speichelprobe ab

"Mein Großvater, der Massenmörder?" - Vermeintlicher Enkel Hitlers gibt Speichelprobe ab
Teil eines Gebisses, welches von Adolf Hitler stammen soll, ausgestellt in Moskau, Russland, 28. April 2000.
Hatte Adolf Hitler einen Sohn oder war er zeugungsunfähig? Ein DNA-Test mithilfe einer Schädeldecke und Teilen eines Gebisses, die in Moskau aufbewahrt werden, soll das klären. Die mögliche Spur führt nach Frankreich. DNA-Tests von Verwandten wecken Skepsis.

Der russische Fernsehsender NTV, der zur Gazprom-Holding gehört, will der Theorie nachgehen, wonach der frühere deutsche Diktator Adolf Hitler als Frontsoldat im Ersten Weltkrieg ein Kind gezeugt habe.

Der Franzose Philippe Loret, der heute 62 Jahre alt ist und der Enkel Hitlers sein könnte, ließ sich eine Speichelprobe entnehmen, um seine DNA mit jener aus einem Gebiss und einer Schädeldecke zu vergleichen. Diese werden in Moskau aufbewahrt und sollen von Hitler stammen. Angestoßen hatte die Untersuchung der Sender NTV selbst. Bereits im Jahr 2008 hatte der Journalist Jean-Paul Mulders mithilfe von DNA-Proben entfernter Verwandter Hitlers versucht, eine Verbindung zu der Familie Loret herzustellen. Das Ergebnis war damals negativ. 

Skeptiker halten Distanzen für zu weit

Lorets Vater Jean-Marie, geboren in Seboncourt, verstarb 1985 im Norden Frankreichs. Als dessen Mutter glaubte, sie würde ebenfalls sterben, teilte sie ihrem Sohn mit, dass ihr eigener Vater Adolf Hitler gewesen sei. Die Mutter lebte noch drei Jahre weiter. Aus den Dokumenten geht lediglich hervor, dass der Vater ihres Sohnes ein deutscher Soldat war. Eine äußerliche Ähnlichkeit mit dem Massenmörder Hitler und dem vermeintlichen Sohn hebe nicht bestanden. Die Spur Hitlers in der Zeit der Zeugung Jean-Maries im Jahr 1917, die zwischen Mitte Juni und Mitte Juli stattgefunden haben muss, führte in der Tat nach Frankreich. Das genaue Geburtsdatum Jean-Marie Lorets ist nicht bekannt.

Vom 13. Juni 1917 bis zum 23. Juni hielt sich Hitler im nordfranzösischen Pecquencourt auf, 60 Kilometer von Seboncourt entfernt. Es folgte eine Stationierung in Belgien. Kritiker verweisen darauf, dass die Entfernung zwischen den Orten zu groß gewesen sei, um dem damals 28 Jahre alten Hitler ein Zusammentreffen mit der Französin zu ermöglichen. Hitler litt zudem unter Kryptorchismus, einer Lageanomalie des Hodens. Diese vergrößert die Chancen auf Hodenkrebs und geht meist mit einer Zeugungsunfähigkeit einher. 

US-Forscher stellt Identität der Überreste mit jenen Hitlers infrage

Der US-amerikanische Anthropologe Nick Bellatoni bezweifelt auch die Echtheit der in Moskau ausgestellten Relikte. Er habe eine DNA-Untersuchung an den Überresten durchgeführt und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass diese nicht von Adolf Hitler stammen. Auch bleibt fraglich, ob Hitler überhaupt zeugungsfähig war. Kurz vor seinem Suizid heiratete Hitler seine langjährige Lebensgefährtin Eva Braun. Die Beziehung zwischen Adolf Hitler und Eva Braun wird oftmals als asexuell beschrieben. Mit Blick auf seine politischen Gegner sagte Hitler immer wieder: 

[Sie dürfen nicht wissen] woher ich komme und aus welcher Familie ich stamme.