Syrien: Kurdische Kämpfer nehmen deutschen Islamisten und möglichen 9/11-Mitwisser fest

Syrien: Kurdische Kämpfer nehmen deutschen Islamisten und möglichen 9/11-Mitwisser fest
Gedenken an die Opfer des 11. September 2001, Oculus Transport Station Lower Manhattan, New York, USA, 11. September 2017.
Der Deutsch-Syrer Mohammed Haydar Zammar gilt als Vertrauter der sogenannten Hamburger Gruppe im Vorfeld der Anschläge vom 11. September 2001. Jüngst nahmen ihn kurdische Kämpfer im Norden Syriens fest. Seine mögliche 9/11-Verbindung wird nun wieder zum Thema.

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA flüchtete Mohammed Haydar Zammar nach Marokko. Im Dezember 2001 fasste ihn die CIA und übergab ihn zwei Wochen später syrischen Behörden. Dort wurde er 2007 zu zwölf Jahren Gefängnisstrafe aufgrund der Zugehörigkeit zur Muslimbruderschaft verurteilt. Der Todesstrafe entging Zammar jedoch. Im Jahr 2014 wurde Zammar entlassen und schloss sich dem IS an. 

Zammar soll einige der Attentäter von 9/11 rekrutiert haben

Der radikale Islamist wurde in Syrien geboren und ist deutscher Staatsbürger. Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP sagte ein Kommandant aus den Reihen der kurdischen Kämpfer: 

Mohammad Haydar Zammar wurde von kurdischen Sicherheitskräften in Nordsyrien festgenommen und wird derzeit verhört. 

IS-Kämpfer in Rakka, Syrien 2014 - Symbolbild

Zammar wird vorgeworfen, einige der Entführer von 9/11 rekrutiert zu haben. Im Zuge der Terroranschläge jenes Tages hatten insgesamt 19 Dschihadisten koordinierte Flugzeugentführungen durchgeführt, denen sich Selbstmordattentate anschlossen. Ingesamt vier Verkehrsflugzeuge wurden entführt. Zwei der Flugzeuge steuerten die Terroristen in die Türme des World Trade Centers in New York City, eines in das Gebäude des Pentagon in Arlington. Das vierte Flugzeug hätte wohl ein weiteres Regierungsgebäude in Washington schädigen sollen. Passagiere im Flugzeug verhinderten dies jedoch, indem sie den Attentäter überwältigten und die Maschine unter Opferung ihres eigenen Lebens vorzeitig zu Boden brachten.

Ungefähr 3.000 Menschen kamen an diesem Tag durch die Terroranschläge ums Leben. Die Terroristen gehörten dem Netzwerk von Al-Kaida an. Washington beschuldigte Osama bin Laden, Initiator und Geldgeber der Anschläge zu sein. Der UN-Sicherheitsrat ermächtigte die USA, sich ob der Attentate zu verteidigen und die NATO rief den Bündnisfall aus. Präsident George W. Bush verkündete den "Krieg gegen den Terror" und nahm Afghanistan ins Visier. Die Anhänger des "9/11 Truth Movement" glauben hingegen an eine Verschwörung, im Zuge derer die US-Regierung die Anschläge wissentlich zugelassen hätte und fordern eine "unabhängige Untersuchung".

Binalshibh zog Zammars Mitwisserschaft in Zweifel

In Deutschland soll Zammar den Kopf der Hamburger Zelle, Mohammed Atta, dabei unterstützt haben, die Attentate vom 11. September vorzubereiten, indem er Atta unter anderem half, zum Al-Kaida-Training nach Afghanistan zu reisen. Regelmäßig besuchte Zammar Atta in seiner Hamburger Wohnung und stand mit diesem in ständigem Kontakt. Laut dem Geständnis von Ramzi Binalshibh, der in Guantanamo einsitzt, könnte Zammar nichts von den Anschlägen auf das World Trade Center und das Pentagon gewusst haben. Die Bundesanwaltschaft hatte ein Verfahren nach dem 11. September gegen Zammar eingeleitet. Ein Untersuchungsausschuss beschäftigte sich 2008 mit der Frage, ob die deutschen Behörden zu wenig taten, um Zammar "vor Willkür und Folter zu schützen" und dessen Festnahme durch die CIA billigten.  

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