Warnstreiks in deutschen Atomkraftwerken angekündigt: "Sicherheit bleibt gewährleistet"

Warnstreiks in deutschen Atomkraftwerken angekündigt: "Sicherheit bleibt gewährleistet"
Atomkraftwerk in Mülheim-Kärlich, Deutschland, 22. Mai 2017.
Für den kommenden Montag sind 600 Beschäftigte aufgerufen worden, ihre Arbeit an den Atomkraftwerken Grohnde, Unterweser und Stade im Tarifstreit mit Eon und anderen Energieunternehmen niederzulegen. Die Sicherheit in den Anlagen bleibe gewährleistet.

Im Tarifstreit mit Eon und anderen Energieunternehmen erhöhen die Gewerkschaften IG BCE und Verdi den Druck. Die Beschäftigten in den Atomkraftwerken Grohnde, Unterweser und Stade seien am kommenden Montag zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen, teilte die IG BCE mit. Insgesamt gehe es um rund 600 Beschäftigte, die Sicherheit in den Anlagen bleibe gewährleistet.

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Das Kraftwerk Unterweser sei im sogenannten Nichtleistungsbetrieb, Stade sei im Rückbau. In der Tarifgruppe Energie sind bestehende und frühere Eon-Unternehmen mit rund 20 000 Beschäftigten zusammengefasst, unter anderem der Netzbetreiber Avacon und Tennet.

"Die Arbeitgeber haben auf stur geschaltet und ignorieren die gute wirtschaftliche Lage und die Leistungsbereitschaft der Beschäftigten", kritisierte IG-BCE-Verhandlungsführer Holger Nieden. "Es wird Zeit, den Druck zu erhöhen." Das Angebot der Arbeitgeber bezeichnete er als "völlig unzureichend".

Die Arbeitgeber der Tarifgemeinschaft Energie hätten bislang Entgelterhöhungen von 2,1 Prozent bei einer Laufzeit von 18 Monaten angeboten. Die Gewerkschaft fordert dagegen 5,5 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Außerdem solle es eine Sonderleistung für IG-BCE-Mitglieder geben. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 27. Februar in Hannover geplant. Immo Schlepper, Verdi-Fachbereichsleiter in Niedersachsen und Mitglied der Verhandlungskommission, erwartet auch dort streikende Beschäftigte, die "ihrem Ärger Luft machen wollen".

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(dpa/rt deutsch)

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