Internet: Finanziert deutsche Online-Werbung Gotteskrieger?

Internet: Finanziert deutsche Online-Werbung Gotteskrieger?
Hier wird nach islamistischen Führern gefahndet - wurde ihre Flucht und Propaganda auch mit deutschen Werbe-Etats unterstützt?
Werbegelder deutscher Unternehmen und Einrichtungen fließen direkt an Webseitenbetreiber, die islamistische Inhalte verbreiten. Sogar eine Werbung der Bayerischen Staatsregierung wurde auf einer Propagandaseite von Gotteskriegern ausgemacht, wie Medien berichten.

Finanzieren deutsche Wirtschaft und Politik islamistische Propaganda? Wenn ein Bericht des TV-Magazins Report München zutrifft, dann ja. Die Reporter haben auf islamistischen, antisemitischen und homophoben Webseiten nach Online-Werbebannern deutscher Unternehmen und Institutionen gesucht – und würden fündig: Dem Magazin zufolge befanden sich Werbebanner der Postbank neben einem Dschihadisten-Chat, Anzeigen des Schuhherstellers Buffalo, des Brillenladens Fielmann und des Optikkonzerns Carl Zeiss auf militanten Islamisten-Seiten. Besonders pikant: Sogar Werbung der Bayerischen Staatsregierung konnten die Reporter auf Internetseiten mit islamistischen Inhalten aufspüren. Diese Beispiele seien keine Einzelfälle.

Die betroffenen Unternehmen beteuern allesamt, von diesen Zuständen nichts gewusst zu haben. Die Online-Werbung werde durch das "Google-Display-Network" gesteuert, man habe darauf keinen Einfluss.

Der Online-Werbemarkt in Europa ist mittlerweile größer als der TV-Werbemarkt. Laut Informationen des mit der Materie befassten Interactive Advertising Bureaus wurden in diesem Bereich bereits 2016 über 40 Milliarden Euro Umsatz gemacht. Report München zitiert den EU-Sicherheitskommissar Julian King, der die Online-Werbefirmen dazu auffordert, aktiv zu werden:

Wir brauchen besondere Anstrengungen der Werbefirmen. Die Sachen müssen vom Netz!

Der Internetriese Google, der für einen Großteil der Onlinewerbung verantwortlich ist, erklärte dem Politmagazin, die Content-Richtlinien würden es eigentlich verbieten, dass auf extremistischen Webseiten Online-Werbung geschaltet werde. Einzelfälle wolle man nicht kommentieren.

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