"Gorch Fock": Kosten für die Sanierung des maroden Segelschiffs explodieren

"Gorch Fock": Kosten für die Sanierung des maroden Segelschiffs explodieren
Segelschulschiff "Gorch Fock" fotografiert 2011 im Marinestützpunkt Kiel. Seit mehr als zwei Jahren liegt die Bark in einer Werft in Bremerhaven und soll komplett saniert werden. Vor allem die Rumpfbeplankung muss erneuert werden.
Die Sanierung des Segelschulschiffs "Gorch Fock" wird mehr kosten als die bislang kalkulierten 75 Millionen Euro. Die Summe könnte sich auf mehr als 100 Millionen Euro erhöhen. Bereits im Jahr 2016 prangerte der Bund der Steuerzahler die Reparaturen als Geldverschwendung an.

Explodierende Reparaturkosten beim „Gorch Fock“: Die Sanierung des maroden Segelschulschiffs der Deutschen Marine soll nun offenbar 100 Millionen Euro betragen. Seit mehr als zwei Jahren liegt der knapp 60 Jahre alte Dreimaster zur Überholung in der Bremerhavener Bredo Werft. Die hundertprozentige schiffbauliche Untersuchung ist jetzt abgeschlossen und die Werft habe „für die weitere, zeitgerechte Instandsetzung einen finanziellen Mehrbedarf“ angemeldet, sagte ein Sprecher des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr in Koblenz am Dienstag. Die Bundeswehr prüfe aktuell die Forderung.

Erst anschließend wird eine Entscheidung getroffen.

Ein Bundeswehr-Hubschrauber vom Typ Tiger bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung Berlin am 2. Juni 2016. Das Modell gilt als pannenanfällig. Bis heute ist der Absturz eines

Aus den anfänglich geschätzten 10 Millionen Euro werden nun wohl über 100 Millionen Euro

Zuletzt waren für die Sanierung rund 75 Millionen Euro veranschlagt. Es wäre nicht die erste vorgenommene Korrektur der Höhe der Ausgaben. Im Januar 2016 sollten Instandsetzungsarbeiten stattfinden, für die nur 10 Millionen Euro veranschlagt waren. Es war geplant, dass die "Gorch Fock" nur etwa vier Monate in der Werft liegen bleibt, da aber weitere Schäden wie marode Masten gefunden wurden, stiegen die Kosten auf 35 Millionen Euro. Das Verteidigungsministerium gab daraufhin eine Wirtschaftlichkeitsprüfung in Auftrag.

Vor knapp einem Jahr wurde bekannt, dass die Generalüberholung des Schulschiffes der Bundeswehr 75 Millionen Euro kosten soll. Und nun hat ein Sprecher der Marine gegenüber dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) erklärt, dass dieses Geld bereits fast ausgegeben sei. Insider gehen von mehr als 100 Millionen Euro aus, die die Reparatur des "weißen Schwans der Ostsee“ jetzt kosten dürfte. Die umfangreichen Arbeiten an Rumpf und Oberdeck sollen bis weit ins laufende Jahr andauern, sodass die Bark der Marine frühestens Ende des dritten Quartals 2018 wieder zur Verfügung stehen wird.

Bund der Steuerzahler hielt im Jahr 2016 einen Neubau der "Gorch Fock" für billiger  

Der Bund der Steuerzahler hatte bereits im Jahr 2016 die vielen und teuren Reparaturen der letzten Jahre an der „Gorch Fock“ in seinem Schwarzbuch 2016/17 angeprangert. Der Bund hielt die Sanierung für Geldverschwendung und einen Neubau für eine günstigere Lösung.

Auf dem Schiff, das im Jahr 1958 vom Stapel gelaufen war, wird seit Jahrzehnten der Offiziersnachwuchs ausgebildet. Zurzeit erhalten die Kadetten der Marine ihre Segelgrundausbildung auf dem rumänischen Großsegler „Mircea“. Beide sind Schwesterschiffe, die in der Werft „Blohm & Voss“ in Hamburg gebaut wurden.

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