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"Morgen, Kinder, wird's was geben": Rekordzahl minderjähriger Rekruten bei der Bundeswehr

"Morgen, Kinder, wird's was geben": Rekordzahl minderjähriger Rekruten bei der Bundeswehr
Symbolbild. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen singt Weihnachtslieder mit den Bundeswehr-Soldaten im Camp Marmal in Mazar-i-Sharif in Afghanistan am 18. Dezember 2017. Minderjährige dürften nicht an Auslandseinsätzen teilnehmen, heißt es.
Die Bundeswehr hat noch nie so viele Minderjährige an der Waffe ausgebildet wie 2017. Bei Dienstantritt waren über 2.000 Soldaten noch nicht volljährig. Linken-Politiker betrachten dies als Folge der Werbe-Kampagnen auf YouTube und in Schulen.

Letztes Jahr waren 2.128 Soldaten, darunter 448 Soldatinnen, bei Dienstantritt noch nicht 18 Jahre alt. Das geht aus einer Antwort des Bundesverteidigungsministeriums auf eine Anfrage der Linken hervor. Sechs Jahre sind seit der Aussetzung der Wehrpflicht vergangen. Die Zahl der minderjährigen Rekruten ist seitdem kontinuierlich gestiegen. 2011 traten 689 ihren Dienst an, im Jahr 2016 waren es bereits 1.907. Besonders die Zahl der Frauen unter 18 ist in die Höhe geschossen: Sie hat sich seit 2011 – 57 minderjährige Soldatinnen – fast verachtfacht.

Ein Bundeswehr-Hubschrauber vom Typ Tiger bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung Berlin am 2. Juni 2016. Das Modell gilt als pannenanfällig. Bis heute ist der Absturz eines

Die Linken-Bundestagsabgeordnete Evrim Sommer übt scharfe Kritik: „Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat offenbar keine Skrupel, die Nachwuchsgewinnung immer weiter vorzuverlegen.“ Solange Deutschland selbst Minderjährige für militärische Zwecke rekrutiere, könne es andere Staaten dafür nicht glaubwürdig kritisieren. „Die Bundesregierung gefährdet damit ihre eigenen Bemühungen zur internationalen Ächtung des Einsatzes von Kindersoldaten,“ so Sommer weiter.

Linke fordert: Minderjährige dürfen nicht in militärische Strukturen eingebunden werden

Die Linke vertritt die „Straight 18“-Position, wonach Minderjährige nicht in militärische Strukturen eingebunden werden dürfen, auch nicht zu Ausbildungszwecken. Die Anwerbung von Jugendlichen verstoße gegen die Bestimmung der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen sowie gegen die Praxis der meisten Vertragsstaaten, die das UN-Zusatzprotokoll der UN-Kinderrechtskonvention über Kinder in bewaffneten Konflikten ratifiziert haben. „Zu Recht wird die Bundesregierung dafür schon seit 2008 regelmäßig vom UN-Ausschuss über die Rechte des Kindes gerügt“, so Sommer. Dennoch habe Deutschland im Jahr 2017 erneut 2.128 Minderjährige als Freiwillige Wehrdienstleistende sowie als Soldatinnen und Soldaten rekrutiert, was einen neuen Höchststand markiere.

Einer der Hauptgründe dafür, dass sich die Zahl der Minderjährigen seit 2011 verdreifacht hat, sieht die Politikerin in der sehr offensiven Werbe-Kampagne des Ministeriums. „Seit mehreren Jahren wird in Schulen, auf einem YouTube-Kanal oder sogar auf Kinderveranstaltungen für die Bundeswehr geworben“, argumentiert Sommer gegenüber RT.

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Die Zahl der deutschen Streitkräfte soll bis 2024 auf 198.000 Soldaten anwachsen. Mit Stand Ende Oktober 2017 waren es 178.847 aktive Soldaten, davon 170.089 Berufs- und Zeitsoldaten und 8.758 freiwillig Wehrdienstleistende.

Die Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen versucht seit Jahren, die Bundeswehr attraktiver zu machen. Sie soll unter anderem auch familienfreundlicher werden. Werbekampagnen wie YouTube-Serien sollen Nachwuchs anlocken. Für die Minderjährigen gibt es auch einen weiteren Anreiz. Die Bundeswehr wirbt online mit Gehaltstabellen: Ein freiwillig Wehrdienstleistender verdient demnach im Durchschnitt 1.000 Euro.

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