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Nordrhein-Westfalen: Der Rocker-"Boxclub" und der türkische Präsident Erdogan

Nordrhein-Westfalen: Der Rocker-"Boxclub" und der türkische Präsident Erdogan
Gibt es eine Verbindung zwischen dem türkischen Präsidenten Erdogan und dem als "Boxverein" firmierenden Rockerclub aus Nordrhein-Westfalen?
Die Gruppe "BC Osmanen Germania" steht nach Einschätzung des nordrhein-westfälischen Innenministeriums in Verbindung zur türkischen Regierungspartei AKP und zum Umfeld des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Plante sie eine Bestrafung von Jan Böhmermann?

Die "rockerähnliche Gruppierung mit türkisch-nationalistischen, im Internet teils rechtsextremistischen Positionen" pflege "Kontakte zum Erdogan-Regime im weitesten Sinne", sagte ein Ministeriumssprecher auf Anfrage. Fotos im Internet belegten persönliche Kontakte von führenden Mitgliedern der in Nordrhein-Westfalen schnell wachsenden Gruppe zu Vertretern von AKP und Justiz.

Sebastian Fiedler, NRW-Landesvorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, sagte dem Kölner Stadt-Anzeiger, es sei selbst nach bundesweiten Razzien davon auszugehen, dass es für die Osmanen "weiter frisches Geld und Rückendeckung aus Ankara" gebe. Wegen Verdachts auf Geldwäsche, Drogen- und Waffendelikten war die Polizei auch in NRW gegen die Gruppe vorgegangen. "Wir haben es mit organisierter Kriminalität zu tun, die durch einen ausländischen Staat, der sich auf den Weg zu einer Autokratie macht, unterstützt wird", meinte Fiedler.

Aus Protokollen soll darüber hinaus noch hervorgehen, dass die Osmanen eine "Bestrafungsaktion" gegen Jan Böhmermann umsetzen sollten. Der Kölner Comedian hatte im März 2016 in seiner Sendung auf ZDF Neo ein Schmäh-Gedicht gegen Erdogan vorgetragen. Der Auftrag soll vom Mannheimer UETD-Funktionär Yilmaz Arin direkt an Osmanen-Chef Mehmet Bagci erteilt worden sein. Böhmermann hatte danach Polizeischutz bekommen und war untergetaucht.

Der türkische Außenminister Cavusoglu (R) bezeichnet seinen deutschen Amtskollegen Gabriel trotz zum Teil großer Meinungsverschiedenheiten als

Private Form der "Terrorbekämpfung" durch regierungstreue türkische Expats?

Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) hatte dem Düsseldorfer Landtag jüngst berichtet, dass türkische Behörden die gegen die PKK, linksextremistische Türken und die Gülen-Bewegung gerichteten Aktivitäten der Osmanen in Deutschland als "Terrorbekämpfung" bewerten - und diese befürworten. Belegt seien Kontakte von Osmanen-Führern zu Beratern von Präsident Erdogan, aber auch, wie das Deutsch-Türkische Journal berichtet, zu Parlamentsabgeordneten wie dem Istanbuler Mitglied der Großen Nationalversammlung, Metin Külünk, der als wichtiger Netzwerker gilt. In NRW hat die Gruppierung 14 Chapter mit 170 Mitgliedern und steht auch in Verbindung mit den vom Verfassungsschutz beobachteten "Grauen Wölfen".

Die UETD, die als AKP-Lobbyorganisation gilt, habe Osmanen-Anhänger als Ordner eingesetzt, so das Ministerium. Laut Kölner Stadt-Anzeiger soll ein UETD-Funktionär als "Mittelsmann zwischen Osmanen und AKP" aufgetreten sein. UETD-Chef Bülent Bilgi sprach von "wiederkehrend falschen Behauptungen" und "Verleumdung". Er sagte der Deutschen Presse Agentur (dpa): "Die UETD wird juristische Schritte dagegen unternehmen. Wir haben uns nichts vorzuwerfen."

(rt deutsch/dpa)

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