"Konfliktzone" der Deutschen Welle mit Friedman widmet sich der russischen Gefahr

"Konfliktzone" der Deutschen Welle mit Friedman widmet sich der russischen Gefahr
Michel Friedman, Frankfurt, Deutschland, 8. Juli 2003.
Im Gespräch mit dem US-Generalleutnant Frederick B. Hodges stellte Moderator Michel Friedman die Frage, ob die Amerikaner noch ein verlässlicher Partner seien und rückte die angebliche russische Gefahr ins Zentrum. Hodges wollte diese nicht in Abrede stellen.

Vor einem Armeejeep beginnt der kontroverse TV-Journalist Michel Friedman seine Sendung "Conflict Zone" (Konfliktzone) bei der Deutschen Welle. Sein Gesprächspartner in dieser Sendung hat die Kontrolle über 30.000 US-Soldaten innerhalb Europas. Der Aufhänger der Ausgabe ist die Frage:

Viele Menschen in Europa wundern sich: Sind die USA noch ein verlässlicher Partner?  

Das Gespräch zwischen Frederick B. Hodges und Friedman in der 25-minütigen Sendung beginnt mit dem Thema Donald Trump und der Frage nach der Möglichkeit, durch den neuen US-Präsidenten in einen Krieg zu schlittern. Hodges versucht allgemeine, nicht kompromittierende Antworten zu liefern und beruft sich auf seine Aufgabe als Generalleutnant.

Hodges: "Weiß nicht, wie man Twitter bedient"

Friedman leitet über zu den Tweets von Donald Trump, die nicht die Sprache des Friedens sprächen. Hodges entgegnet ihm, gar nicht zu wissen, wie man twittert. Der redegewandte Friedman wird schnell zu einem unbequemen Gesprächspartner für Hodges, den ehemaligen Brigadekommandanten im Irak und Einsatzleiter in Afghanistan. Die Wortwahl Trumps auf Twitter könne er nicht kommentieren. 

Friedman fragt Hodges: 

Ist Russland derzeit eine Bedrohung für die Sicherheit der USA?

Mit dem Zweiten sieht man nicht unbedingt besser.

Hodges antwortet: 

Natürlich ist es das. Russland ist die einzige andere Nation, welche die Möglichkeit besitzt - nicht zwangsläufig den Willen, aber die Möglichkeit - die USA oder all die anderen Mitglieder der Allianz zu zerstören. Und ihr (Russlands) Verhalten der letzten drei Jahre, seit sie in die Ukraine einmarschiert sind, ist die Sorge von allen - alle Mitglieder der Allianz eingeschlossen... Wir alle wollen, dass Russland ein verantwortliches Mitglied der internationalen Gemeinschaft ist. 

Derzeit befände sich Russland auf dem falschen Pfad. Hodges stellt die Behauptung, Russland habe sich an keinerlei Abkommen gehalten, in den Raum und Friedman entgegnet: "Das ist ein guter Punkt." Russland fürchte "eine geeinte Allianz" und eine "Europäische Union, die zusammenhält". Hodges verweist auf den Kalten Krieg und die Tatsache, dass trotz der damaligen Situation noch gemeinsame Hockey-Spiele möglich gewesen wären. Heute wollten sie die gleiche Situation erreichen. Friedman fragt mehrmals, ob dafür mehr Soldaten notwendig sind. Der Generalleutnant weicht aus. Besonders Deutschland sei ein Führer der Allianz und der EU, wenn es darum geht, um dies zu erreichen. Es habe sich "moralischen Respekt verdient". Friedman ist dies nicht genug. 

Menschen gehen in eine Synagoge zum Gebet für Toleranz nach einem Brandanschlag  auf einen jüdischen Kindergarten, Berlin, 1. März 2007.

Medienprofi Friedman: Karriereknick durch Skandale 

Der deutsch-französische Jurist Julien Michel Friedman, dessen Wurzeln in der jüdischen Gemeinde Krakaus liegen, wurde durch seine öffentlichen Ämter, als TV-Moderator und letztlich durch seine Skandale mit Drogen und ukrainischen Prostituierten bekannt. Für zwei Jahre, zwischen 1994 und 1996, war er Mitglied des CDU-Bundesvorstands. Er moderierte Radiosendungen wie "Vorsicht!Friedman" und bekleidete das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland. Von 2001 bis 2003 war Friedman auch Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses. Infolge der Friedman-Affäre war er gezwungen, die öffentlichen Ämter abzugeben.

Hodges lobte die Aufrüstung und Modernisierung der deutschen Streitkräfte mit dem Ziel, sich kampfbereit zu machen. Die kollektive Sicherheit könne nur durch die NATO garantiert werden. Das Interview schließt mit der Frage, ob ein Krieg in Europa möglich ist. "Krieg ist nicht unvermeidbar", erklärte darauf der Vertreter der amerikanischen Streitkräfte. 

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