Terroranschlag von Sankt Petersburg: Wie Deutschlands Presse berichtete

Terroranschlag von Sankt Petersburg: Wie Deutschlands Presse berichtete
Die deutsche Presse reagierte auf die Nachricht über einen Terrorakt in Sankt Petersburg am vergangenen Mittwoch insgesamt sehr skeptisch. Das Bekenntnis, der Vorfall sei als Terrorismus einzustufen, erfolgte nur zum Teil, teils wurde dies gar bestritten.

Die Bombenexplosion in Sankt Petersburg vom vergangenen Mittwoch hat laut Berichten 13 Personen in einem Supermarkt verletzt. Tags darauf, am 28. Dezember, hat sich Präsident Wladimir Putin dazu geäußert und angedeutet, es handele sich, wie bereits vielerorts gemutmaßt, um einen terroristischen Akt.

Die meisten deutschen Medien stuften das Ereignis nicht von Anfang als potenziellen Terrorismus ein, sondern zunächst als einen einfachen Bombenanschlag.

Die Tagesschau hat in ihrer Sendung vom 28.12.2017 beispielsweise folgendes mitgeteilt: "Präsident Putin sprach in einer ersten Erklärung von einer terroristischer Tat. Die Hintergründe sind noch unklar. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes." 

Blumen vor der russischen Botschaft Unter den Linden in Berlin im Gedenken an die Opfer des Terroranschlags in der Sankt Petersburger Metro am Tag nach dem Attentat vom 3. April 2017.

Auch die Frankfurter Rundschau zeigt sich skeptisch gegenüber den Ereignissen und der Äußerung von Wladimir Putin, es handle sich um einen Terrorakt: "Das ist in Russland nicht selbstverständlich." Anschließend ist die Rede davon, weshalb viele vorhergehende Ereignisse nicht als Terror eingestuft wurden, so etwa der Absturz eines Flugzeuges der Armee. Der Text endet mit folgender Überlegung: "Die Explosion von St. Petersburg sollte Moskau eine Warnung sein: Die militärische Niederlage des IS im Nahen Osten bedeutet keineswegs mehr Sicherheit zu Hause."

Andererseits informiert die Zeitschrift Focus in ihrer Berichterstattung darüber, dass es "zunächst geheißen hatte, es werde nicht von einem Terroranschlag ausgegangen". Die Tat als solche bestreitet man dort also nicht, aber doch deren Hintergrund. Ähnlich wie auch die Süddeutsche Zeitung, die folgende Wortwahl bevorzugt: "Zunächst waren die Behörden nicht von einem Terroranschlag ausgegangen, nun spricht Putin von einer 'terroristischen Tat'."

Die junge Welt hingegen schreibt ohne Umschweife: "Nach der Explosion einer Bombe in einem Supermarkt in St. Petersburg spricht der russische Präsident Wladimir Putin von einem Terroranschlag."

Bereits im April 2017 hatte ebenfalls ein terroristischer Anschlag Sankt Petersburg getroffen. In Berlin lehnte man das Anstrahlen des Brandenburger Tors in den Farben der Flagge Russlands ausdrücklich ab, was vielerorts auf Empörung stieß und eine heftige Debatte hervorrief.    

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