Martin Schulz zum "Verlierer des Jahres" gekürt - SPD sackt unter 20 Prozent ab

Martin Schulz zum "Verlierer des Jahres" gekürt - SPD sackt unter 20 Prozent ab
Der SPD-Vorsitzende Martin Schulz beim Bundesparteitag am 7. Dezember 2017 in Berlin. Seine Beliebtheit sank von 37 Prozent im Februar 2017 - unmittelbar nach seiner Nominierung zum SPD-Kanzlerkandidaten - auf 19 Prozent kurz vor Jahresende.
Gewinner und Verlierer hat es in der deutschen Politik in den vergangenen zwölf Monaten zuhauf gegeben. Der größte "Loser" 2017 dürfte allen Umfragen nach Martin Schulz sein. Seine Partei ist auch in der Abwärtsspirale und befindet sich nun unter 20 Prozent.

Für Martin Schulz glich das Jahr 2017 einer Achterbahnfahrt. Im März mit sagenhaften 100 Prozent zum SPD-Chef gewählt, ging es in Umfragen zunächst steil bergauf bis auf Augenhöhe mit der Kanzlerin. Doch dann verloren die Genossen drei Landtagswahlen in Folge, bei der Bundestagswahl erreichte die SPD mit dem Kanzlerkandidaten Schulz ihr historisch schlechtestes Nachkriegsergebnis - 20,5 Prozent.

Nun ist der Mann aus Würselen nach Ansicht von zwei Dritteln der Deutschen der "Verlierer des Jahres 2017". Dies ergab eine repräsentative Umfrage (1.005 Bürger) des Meinungsforschungsinstituts Kantar Emnid im Auftrag der FunkeMediengruppe. Zwei von drei Befragten (67 Prozent) gaben an, SPD-Parteichef Schulz sei im zu Ende gehenden Jahr eher Verlierer gewesen. Nur für 23 Prozent ist er eher Gewinner. Zehn Prozent wollten sich nicht festlegen. Besonders bitter für den SPD-Chef: Auch unter den Anhängern seiner eigenen Partei gilt er inzwischen überwiegend als Verlierer (47 zu 43 Prozent).

Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer Pressekonferenz im Dezember 2017. Laut einer Umfrage wünscht sich fast jeder Zweite (47 Prozent), dass Merkel ihren Posten vor 2021 räumt.

Am zweitschlechtesten schneidet in der Umfrage der scheidende bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer ab, den 61 Prozent als Verlierer und 25 Prozent als Gewinner wahrnehmen. Auf Platz drei landet Kanzlerin Merkel: 53 Prozent der Befragten werten ihre Jahresbilanz negativ, 41 Prozent positiv.

43 Prozent sehen Söder als Gewinner

Unter den ausgewählten Parteipolitikern schneidet der designierte bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am besten ab. 23 Prozent sehen ihn als Verlierer, 43 Prozent als Gewinner. Die Zahl derer, die sich nicht entscheiden wollten, ist mit 34 Prozent allerdings sehr hoch. Das zweitbeste Ergebnis erzielt der scheidende Grünen-Chef Cem Özdemir (34 zu 45 Prozent), vor FDP-Chef Christian Lindner (40 zu 38 Prozent).

Wenn man sich die Ergebnisse dieser Umfragen ansieht, kann man sagen, dass bei den Sondierungen für eine weitere Große Koalition, die im neuen Jahr beginnen, die größten Verlierer des alten Jahres als Verhandlungsführer am Tisch sitzen werden.

Aktuelle Forsa-Umfrage: SPD ist unter 20 Prozent

Auch die Ergebnisse einer weiteren Umfrage (2.504 Personen) werden bei den Genossen sicherlich für Kopfschütteln, wenn nicht gar Kopfschmerzen sorgen. Die SPD ist laut einer aktuellen Forsa-Umfrage zum Jahresende unter die 20-Prozent-Marke gerutscht. Im sogenannten „RTL/n-tv-Trendbarometer“ liegt sie bei den abgefragten Parteipräferenzen der Bundesbürger mit 19 Prozent einen Prozentpunkt unter der Vorwoche. CDU und CSU legen hier einen Punkt zu und kommen zusammen auf 34 Prozent.

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Wenn die Deutschen ihren Kanzler direkt wählen könnten, würden sich 47 Prozent für Merkel entscheiden (Vorwoche: 48 Prozent). Nur 19 Prozent würden den SPD-Chef wählen. Damit hat dieser seit seiner Nominierung zum SPD-Kanzlerkandidaten im Februar 18 Prozentpunkte verloren, während die CDU-Vorsitzende im gleichen Zeitraum neun Prozentpunkte - von 38 auf 47 Prozent – gewonnen hat. 

Die Umfrage offenbart auch: 34 Prozent der Bundesbürger würden sich für keinen der beiden Kandidaten entscheiden.

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