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Wegen technischer Ausfälle bei Bundeswehr: Piloten sollen mit ADAC-Hubschraubern trainieren

Wegen technischer Ausfälle bei Bundeswehr: Piloten sollen mit ADAC-Hubschraubern trainieren
Ein Bundeswehr-Hubschrauber vom Typ Tiger bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung Berlin am 2. Juni 2016. Das Modell gilt als pannenanfällig. Bis heute ist der Absturz eines "Tiger" in Mali, bei dem beide Piloten um Leben gekommen waren, nicht vollständig aufgeklärt.
Da nicht genug einsatzbereite eigene Flieger bereitstehen, sollen Bundeswehr-Piloten künftig in zivilen ADAC-Hubschraubern üben. Für 21 Millionen Euro habe die Truppe 6.500 Flugstunden eingekauft. Ein Grünen-Experte spricht von einem katastrophalen Zustand.

Die Bundeswehr lässt einem Medienbericht zufolge wegen des schlechten Zustands ihrer Hubschrauber Piloten künftig auch in ADAC-Maschinen trainieren. Das Verteidigungsministerium habe vergangene Woche per Vertrag für rund 21 Millionen Euro 6.500 Flugstunden beim Automobilclub eingekauft, schreibt das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Von März 2018 an sollen Bundeswehrpiloten am Truppenstandort im niedersächsischen Bückeburg auf zivilen Hubschraubern vom Typ EC 135 zwecks Basisausbildung oder zum Erhalt von Fluglizenzen Stunden abfliegen. Derzeit habe die Bundeswehr gerade so viele voll ausgebildete Piloten, wie nötig sind, um den Mali-Einsatz durchzuführen.

Der Grund der nunmehrigen Notmaßnahme ist wenig schmeichelhaft: Sowohl die erst vor einigen Jahren eingeführten Militärhubschrauber vom Typ "Tiger" als auch der NH90 litten unter technischen Ausfällen und stünden nicht oft genug für Ausbildungsflüge zur Verfügung. Zudem sollen mehrere von ihnen noch immer im Mali-Einsatz der Truppe gebunden sein, so der Spiegel.

Noch fahren sie: Leopard 2-Panzer der Bundeswehr bei einer Übung im September in Munster.

Auf den ADAC-Maschinen soll vor allem der Instrumentenflug, also die Orientierung mithilfe von Fluginstrumenten geübt werden, zitieren Medien das Wehrressort. Militärisch, also für den Einsatz mit Waffen, werden die Piloten weiterhin auf Helikoptern der Bundeswehr ausgebildet.

"Im Prinzip können wir eine Zusammenarbeit bestätigen", sagte ein Sprecher der ADAC SE, die als europäische Aktiengesellschaft organisiert ist. Zu Details und Umfang wollte er keine näheren Angaben machen. Es würden aber keine Rettungshubschrauber der gemeinnützigen ADAC-Luftrettung eingesetzt. Die zivilen Helikopter für die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr würden von der ADAC Luftfahrt Technik GmbH in Bonn-Hangelar zur Verfügung gestellt. Diese arbeite nach eigenen Angaben schon jetzt als Dienstleister für mehrere Polizei-Hubschrauberstaffeln.

Verfügbarkeit von Hubschraubern in der Bundeswehr sei nach wie vor katastrophal

Der Grünen-Verteidigungsexperte Tobias Lindner übte scharfe Kritik: Die Tatsache, dass die Bundeswehr auf Maschinen von Dritten zurückgreifen müsse, zeige "natürlich, dass die Verfügbarkeit von Hubschraubern in der Bundeswehr nach wie vor katastrophal ist". Dieses Problem sei mindestens seit Ende 2014 bekannt, sagte Lindner der Tageszeitung Heilbronner Stimme

Es ist ein Armutszeugnis, wenn auch drei Jahre später bei neuen Typen wie dem NH90 teilweise weniger als ein Drittel der Hubschrauber tatsächlich einsatzbereit sind.

Die Helikopter-Flotte der Bundeswehr leide unter erheblichen technischen Mängeln. Sowohl der "Tiger" als auch der NH90 gelten seit ihrer Einführung vor rund fünf Jahren als pannenanfällig. Zuletzt soll es immer neue Anweisungen für Checks der Triebwerke gegeben haben, die vor und nach jedem Flug durchgeführt werden müssten und viel Zeit in Anspruch nehmen.

Eine Panne nach der anderen

In den letzten Monaten haben sich Berichte über Pannen an technischem Gerät bei der Bundeswehr gehäuft. So war etwa Ende November keine einzige der 14 A400M-Transportmaschinen einsetzbar. Auch von den 244 Kampfpanzern vom Typ Leopard 2 seien lediglich 95 einsatzbereit, hieß es Mitte November.

Anfang Dezember berichtete der Norddeutsche Rundfunk (NDR), dass alle sechs U-Boote der Marine derzeit fahruntüchtig seien. Die Schiffe müssten repariert werden, allerdings fehlen Ersatzteile, so der NDR. Das letzte einsatztaugliche Boot, das U 35, war im Oktober vor Norwegen auf einen Felsen gelaufen, dabei ging das Ruder kaputt. Es werde noch mindestens bis in die zweite Jahreshälfte 2018 dauern, bis wieder ein U-Boot der deutschen Marine fahren könne. Für den Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages, Hans-Peter Bartels (SPD), sei die Misere der Marine absehbar gewesen. Über zwei Jahrzehnte sei die Truppe so kaputtgespart worden, dass jetzt Ersatzteile an allen Ecken und Enden fehlten, sagte er zu NDR.

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(rt deutsch/dpa)

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