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Ein Jahr nach Weihnachtsmarktattentat: Senat bittet Hinterbliebene um kostengünstige Anreise

Ein Jahr nach Weihnachtsmarktattentat: Senat bittet Hinterbliebene um kostengünstige Anreise
Angela Merkel und Wolfgang Schäuble am Mahnmal vor der Gedächtniskirche, Berlin, 19. Dezember 2017.
Heute jährt sich der Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt. Vor der Gedächtniskirche wurde der "Goldene Riss" enthüllt. Den Angehörigen der Opfer ging zuvor ein Schreiben zu, in welchem darauf hingewiesen wurde, dass der Staat nicht für Taxikosten und Fahrtkosten mit dem Pkw nur begrenzt aufkomme.

Zwölf Menschen kamen bei dem Anschlag durch Anis Amri auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz am 19. Dezember 2016 ums Leben. In einem offenen Brief an die Regierung klagten Angehörige der Opfer über den Umgang der Politik mit ihnen. Sie fühlten sich allein gelassen und kritisierten die Distanz der Kanzlerin zu ihnen. Ein Jahr danach soll das Mahnmal "Goldener Riss" an die Opfer erinnern und eine Gedenkveranstaltung die Versäumnisse der Politik richten. Zu dieser sind neben Angehörigen der Opfer auch Angela Merkel, Wolfgang Schäuble, Frank-Walter Steinmeier und Bürgermeister Michael Müller geladen. 

Vor der Veranstaltung erhielten die Angehörigen der Anschlagsopfer einen Brief mit Instruktionen. Hierin war vermerkt: 

Taxikosten werden nicht erstattet. Es müssen öffentliche Verkehrsmittel benutzt werden. Bei Anreise mit einem privaten Pkw nach Berlin werden Ihnen 0,20 Euro pro gefahrenem Kilometer erstattet. 

Absender des Briefs ist die Senatskanzlei des Berliner Bürgermeisters. Bei Bahnreisen darf nur die 2. Klasse genutzt werden, bei Flügen die Ecomomy-Klasse. "Es ist immer das preislich günstigste Verkehrsmittel zu wählen." 

In Hannover scheinen die Polizisten den Finger etwas zu locker am Abzug 
ihrer MP 5 zu halten - Symbolbild

Die Tageszeitung Bild hakte bei der Sprecherin des Senats, Claudia Sünder, nach: 

Selbstverständlich finden wir für alle individuellen Bedürfnisse eine Lösung und natürlich unterstützen wir die Betroffenen bei der Organisation ihrer Teilnahme am Gedenktag. Das gebietet schon der Anstand. Das der Einladung beigefügte, zugegeben sehr sachliche Formular für die Rückmeldung ist haushalts- und verwaltungsrechtlich notwendig, da die Senatskanzlei sich an die Vorgaben ordnungsgemäßen Wirtschaftens halten muss.

Der Goldene Riss im Boden ist 17 Meter lang. Die Treppenstufen vor der Kirche tragen nun die Namen der Opfer. Am 18. Dezember empfing Angela Merkel Hinterbliebene und Überlebende des Attentats. Sie räumte ein: 

Heute ist ein Tag der Trauer, aber auch ein Tag des Willens, das, was nicht gut gelaufen ist, besser zu machen. 

Michael Müller zu den Angehörigen der Opfer und denjenigen, die das Attentat überlebten: 

Wir trauern mit Ihnen um geliebte Menschen und teilen Ihren Schmerz. 

Mit einem gestohlenen Laster raste der Attentäter vor einem Jahr in die Besuchermenge des Weihnachtsmarktes am Breitscheidplatz. Zwölf Menschen starben und fast 100 zogen sich Verletzungen zu. Erst im italienischen Mailand wurde Amri erschossen. Neben Versäumnissen im Umgang mit den Opfern, beschäftigt der Fall Amri Behörden und Politik noch lange nach der Tat. 

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