Nach erneut verschobenem Start vom Flughafen BER: Bundespolitiker fordern Plan B

Nach erneut verschobenem Start vom Flughafen BER: Bundespolitiker fordern Plan B
Der Hauptterminal am Flughafen Berlin Brandenburg im Oktober 2015. Erste Passagiere werde nicht vor 2020 einchecken.
Die nochmals verschobene Eröffnung des Airports Berlin Brandenburg auf frühestens Herbst 2020 wird heftig diskutiert. Politiker fordern eine Alternative - eine preisgünstige Übergangslösung bis zur Eröffnung des Hauptterminals. Grünen-Fraktionschef Hofreiter bezweifelt einen Start 2020.

Die Politik diskutiert über eine Lösung für den Hauptstadtflughafen BER. Der langjährige frühere Brandenburger SPD-Bundestagsabgeordnete Peter Danckert forderte im Gespräch mit der Zeitung Tagesspiegel „einen Neuanfang, einen Schnitt, einen Plan B für den BER“. Auslöser sind die neuesten Informationen, dass der Flughafen Berlins Brandenburgs „Willy Brandt“ nicht vor Herbst 2020 öffnen wird. Als Folge dessen würde nun auch eine halbe Milliarde Euro für den Airport fehlen. Auch Grünen-Bundestagsfraktionschef Anton Hofreiter sagte ebenfalls zum Tagespiegel, dass wegen der Pannen beim Terminal im brandenburgischen Schönefeld eine Notlösung für den Übergang nötig sei. Eine Alternative müsse man suchen.

Preiswerte Abfertigungshallen errichten

„Man sollte in Schönefeld einfache Low-Cost-Terminals im Umfeld bauen. So könnte man den BER schon teilweise in Betrieb nehmen, auch ohne Hauptterminal,“ so Hofreiter. Mit einer Teileröffnung könnte man den Flugverkehr in der Hauptstadt absichern und den Berliner Flughafen Tegel entlasten.

Auf dem BER gibt es immer etwas zu tun. Yippiejaja-yippie-yippie-yeah.

Auch Danckert sagt: „Es muss im Interesse der Gesellschafter sein, kurzfristig einen Plan B zu entwickeln.“ Die Idee Hofreiters sei richtig, mit preiswerten Abfertigungshallen – angedockt an Nordpier und Südpier, die beide fertig sind – Passagiere abzufertigen. Genauso wie Hofreiter, halte auch Danckert die Ausgliederung des BER in eine neue professionelle Bau- und Projektgesellschaft für nötig, mit einem kleinen Aufsichtsrat. Die Flughafengesellschaft Berlins, Brandenburgs und des Bundes (FBB) unter Manager Engelbert Lütke Daldrup (SPD) könne sich allein um den Betrieb der Flughäfen kümmern. Die FBB sei mit ihren Strukturen nicht in der Lage, den BER bis 2020 fertig zu bauen, so Danckert zu Tagespiegel.

Am alten Schönefelder Airport wurde im Jahr 2016 in nur sechs Monaten eine Leichtbauhalle (Terminal D2) errichtet - drei Gepäckbänder, eine hochmoderne Sicherheitskontrolle, eine reine Ankunftshalle für Ferienflieger und Billig-Airlines. Laut Tagesspiegel soll sie rund 10 Millionen Euro gekostet haben. Man könnte sich an diesem Beispiel orientieren.

Start 2020 - "Kein Grund zur Zuversicht"

Auch die SPD-Abgeordnete und Vorsitzende des BER-Ausschusses im Brandenburger Landtag, Jutta Lieske, denkt, dass der Aufsichtsrat auch solchen Fragen nachgehen werde. Der Herbst 2020 als BER-Eröffnungsdatum überrasche sie jedenfalls nicht. Dass man Alternativen prüfen müsse, findet auch Brandenburgs Grünen-Fraktionschef Axel Vogel. Die Bundesländer Berlin und Brandenburg sind mit je 37 Prozent die BER-Haupteigner.

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Ob der neu angepeilte Termin wirklich realisierbar ist? Anton Hofreiter ist skeptisch. Der Zeitung Passauer Neuen Presse sagte er am Donnerstag, er sehe "keinen Grund zur Zuversicht", dass der Berliner Flughafen im Jahr 2020 eröffnen könne.